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Politik

Israel weiter auf dem Vormarsch

Die israelische Armee hat die "Operation Schutzwall" im Westjordanland ausgeweitet. Starke Truppenverbände drangen in die Städte Tulkarem und Bethlehem ein. Israel befürchtet eine neue Terrorwelle.

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Israel rückt weiter vor

Tulkarem, eine Stadt in der Nähe der sogenannten "grünen Linie" zwischen Israel und dem Westjordanland, wird mit diesem Vormarsch zum vierten Mal innerhalb weniger Monate von israelischen Soldaten besetzt. Es ist aber das erste Mal, dass dabei auch Reservisten eingesetzt werden, die allgemein als erfahrener gelten. Nach Einschätzung von Beobachtern deutet das darauf hin, dass sich die Armee auf eine lange Besatzung einrichtet.

Aus Tulkarem sind in den letzten Wochen immer wieder Selbstmordattentäter gekommen; zum Beispiel in der vergangenen Woche als ein Anschlag in einem Hotel in Netanja am Pessachabend beispiellose Verheerungen anrichtete und zahlreiche Opfer forderte. Auch am Dienstag (2.4.), dem Vorabend des zweiten Feiertages der Pessachwoche, bereiten sich israelische Sicherheitskräfte wieder auf die Gefahr von Anschlägen vor. Nach ihren Erkenntnissen steht Israel vor einer neuen Welle von Attentaten.

Jugendliche als Selbstmordattentäter

Die terroristischen palästinensischen Organisationen Hamas, Islamischer Dschihad, Al-Aqsa-Brigaden und andere hätten Rekrutierungsbüros geöffnet, in denen sich potentielle Attentäter melden sollten, sagten militärische Kreise. Man verlange von ihnen lediglich die unterschriebene Einverständniserklärung der Eltern. Unter den Freiwilligen, die sich für Anschläge meldeten, sollen viele Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren sein, auch zahlreiche Mädchen hätten sich gemeldet.

Arafat ins Exil?

In Ramallah sitzt Palästinenserpräsident Jassir Arafat weiterhin in seinem Hauptquartier fest. Während Ramallah für ausländische Journalisten gesperrt wurde, berichten israelische Reporter, dass der Belagerungsring um das Büro in der Nacht zum Dienstag (2.4.) mit zusätzlichen Truppen und Panzern weiter verstärkt wurde.

Israel hat Arafat angeboten, er könne das Land verlassen, er dürfe aber nicht zurückkommen. Dieser Vorschlag wurde den europäischen, russischen und amerikanischen Diplomaten unterbreitet, die sich seit Montag (1.4.) in Gesprächen in Jerusalem um eine Beruhigung der Lage bemühen.

Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, Scharon habe dem EU-Nahostbeauftragten Miguel Moratinos gesagt, Arafat dürfe aus Ramallah ausreisen, dann aber nicht mehr zurückkehren. Europäische Vermittler könnten Arafat
nur dann besuchen, wenn sie ihn anschließend mitbrächten.

Mobilisierung vorserst gestoppt

Der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung des israelischen Parlaments, der Knesset, hat unterdessen die Mobilisierung von weiteren 21.000 Soldaten gestoppt. Verteidigungsminister Benjamin Ben Elezier habe keine ausreichenden Begründungen dafür vorgelegt, hieß es in Jerusalem. Das Gremium wird am Donnerstag (4.4.) erneut zusammentreten, um über die Bitte der Regierung zu beraten. Es wird erwartet, dass Ministerpräsident Scharon, Verteidigungsminister Ben Elezier und Generalstabschef Mofas ihren Wunsch persönlich vortragen und begründen werden. Man rechnet damit, dass die Armee auch den Einmarsch in den Gazastreifen vorbereitet und dafür verstärkte Truppen benötigt.

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