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Aktuell Nahost

Israel: Vermisster Soldat ist tot

Aus der Befürchtung ist grausame Realität geworden: Der bislang entführt geglaubte israelische Leutnant Goldin wurde bereits am Freitag bei einem Einsatz im Gazastreifen getötet.

Der entführt geglaubte israelische Leutnant Hadar Goldin ist nach Angaben des Militärs tot. Wie die israelischen Streitkräfte am frühen Sonntagmorgen mitteilten, wurde Goldin am Freitag beim Kampf im Gazastreifen getötet. Die Familie des Soldaten sei unterrichtet worden.

Die israelische Armee ging zunächst von einer Entführung des 23-jährigen Leutnants durch radikale Palästinenser aus. Deshalb suchte sie mit einem massiven Militäreinsatz nach Goldin. Ganze Truppenformationen durchkämmten im südlichen Gazastreifen Häuser und verdächtige Orte, unterstützt von massivem Artilleriefeuer. Die meisten dieser Ziele lagen in der südlichen Stadt Rafah und ihrem Umland. Dort sollten die Islamisten nach israelischer Einschätzung den Soldaten entführt haben. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, bestritt jedoch, Goldin in seine Gewalt gebracht zu haben.

Netanjahu und Hamas: Der Kampf geht weiter

Damit ist - dreieinhalb Wochen nach Beginn der israelischen Militäroffensive - eine diplomatische Lösung des Gaza-Konflikts in weite Ferne gerückt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Samstagabend - schon vor der Meldung über den Tod Goldins - eine Fortsetzung der Operation in dem Palästinensergebiet angekündigt. "Die Armee wird so lange im Einsatz sein, bis sie ihre Arbeit getan hat", sagte er auf einer Pressekonferenz. Eines der Hauptziele, die Vernichtung der Angriffstunnel der radikal-islamischen Hamas, sei bald erreicht. "Wir sind dabei, die Zerstörung der Tunnel zu vollenden." Danach werde Israel die Lage neu bewerten und weitere Schritte entsprechend seinen Sicherheitsbedürfnissen unternehmen, fügte Netanjahu hinzu.

Die Hamas erklärte ihrerseits, der "Widerstand" gegen Israel werde anhalten, bis ihre Ziele erreicht seien. Die radikale Palätinenser-Organisation verlangt eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens durch Israel.

Gaza: 1719 Palästinenser gestorben

Bei mehreren israelischen Luftangriffen am frühen Sonntagmorgen wurden nach palästinensischen Angaben sieben Menschen getötet. 15 Palästinenser seien verletzt worden, berichteten Sanitäter. Bewohner des Küstenstreifens am Mittelmeer berichteten, dass israelische Kampfjets mehrere Gebiete massiv bombardiert hätten.

Laut Mitteilung des Gesundheitsministerium in Gaza sind bei israelischen Angriffen seit Beginn der Militäroffensive am 8. Juli 1719 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 9000 erlitten Verletzungen. Mehr als 10.000 Häuser seien zerstört. worden. Auf israelischer Seite wurden mindestens 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet.

Palästinenser-Delegation in Kairo

In Kairo ist inzwischen eine palästinensische Delegation eingetroffen, um an möglichen - von Ägypten vorgeschlagenen - Friedensgesprächen teilnehmen zu können. Der Chefunterhändler der Palästinensischen Autonomiebehörde, Saeb Erekat rief US-Außenminister John Kerry im Fernsehsender CNN auf, die Israelis davon zu überzeugen, ebenfalls ein Verhandlungsteam zu entsenden. Dies lehnt die Regierung Netanjahu bislang kategorisch ab.

Kinder inmitten von Trümmern im Gazastreifen (Foto: Reuters)

Kindheit in Trümmern: Das Leiden der Zivilbevölkerung

Ägypten hatte in der vergangenen Woche eine Waffenruhe vorgeschlagen, die von der radikal-islamischen Hamas jedoch abgelehnt wurde. Sie fordert als Bedingung die Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens. Die Spannungen zwischen der ägyptischen Führung und der Hamas sitzen tief. Die Hamas war Ende der 1980er-Jahre aus den ägyptischen Muslimbrüdern hervorgegangen. Diese werden von den Militärmachthabern in Kairo seit dem Sturz des gewählten Präsidenten Mohammed Mursi verfolgt.

sti/jj/(dpa, rtr, afp)

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