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Nahost

Israel und Hisbollah wollen Gefangene austauschen

Offenbar wollen Israel und die im Libanon aktive Hisbollah-Miliz gefangene Kämpfer und Soldaten austauschen. Das berichten mehrere Medien. Die Vermittlung zwischen den beiden verfeindeten Seiten ist schwierig.

Hisbolah-Chef Hassan Nasrallah - Ap

Spricht von der Rückkehr der Gefangenen: Hisbolah-Chef Hassan Nasrallah (Archiv)

Israel und die radikal-islamische Hisbollah-Miliz stehen nach Medienberichten kurz vor einer Einigung auf einen Gefangenenaustausch unter deutscher Vermittlung. Israelische und libanesische Medien berichteten am Dienstag (27.5.2008), für zwei im Juli 2006 in den Libanon verschleppte israelische Soldaten sollten fünf libanesische Gefangene freigelassen werden. Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" schrieb am Dienstag, der deutsche Vermittler Gerhard Konrad habe der Hisbollah vor zwei Wochen den israelischen Vorschlag übergeben.

Israel will auch Leichen freigeben

Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise, es gebe Fortschritte bei den Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch, eine Einigung stehe jedoch noch aus. Auch die Leichen von zehn Kämpfern der schiitischen Hisbollah-Miliz wolle Israel freigeben, berichtete das Militärradio bereits am Montag.

Karnit Goldwasser (hier 2006) vermisst ihren entführten Mann Ehud immer noch - AP

Karnit Goldwasser (hier 2006) vermisst ihren entführten Mann Ehud immer noch

Die Verschleppung der beiden israelischen Soldaten Eldad Regav und Ehud Goldwasser hatte 2006 zum israelischen Angriff auf die Hisbollah im Südlibanon geführt. Der Krieg dauerte gut einen Monat. Es ist unklar, ob die beiden Soldaten, die bei ihrer Entführung schwer verletzt wurden, noch am Leben sind.

Hisbollah-Chef zuversichtlich

Bei einer Rede zum achten Jahrestag des israelischen Rückzugs aus dem Südlibanon hatte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Montagabend in Beirut die baldige Rückkehr der libanesischen Gefangenen angekündigt. Er sagte, Samir Kuntar werde bald wieder zu Hause bei seiner Familie sein. Kuntar ist der am längsten in israelischer Gefangenschaft befindliche Araber. Der Libanese war 1980 wegen Mordes an einem Israeli und dessen vier Jahre alter Tochter zu 542 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Ein israelischer Vertreter bestätigte gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP, dass Israel und die Hisbollah zu Zugeständnissen bereit seien. Nach Angaben eines Bruders von Samir Kuntar führten indirekte Verhandlungen zu den Fortschritten. "Ich wurde informiert, dass etwas Positives im Zusammenhang mit meinem Bruder und allen in Israel festgehaltenen Gefangenen innerhalb von 30 Tagen passiert", sagte Bassam Kuntar am Montag. (tos)

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