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Aktuell Nahost

Israel und Hamas stimmen fünfstündiger Feuerpause zu

Die israelische Armee hat einer UN-Initiative für eine befristete Waffenruhe im Gazastreifen an diesem Donnerstag zugestimmt. Auch die Hamas willigte ein. Die fünfstündige Feuerpause soll um 9.00 Uhr MESZ beginnen.

Der UN-Sondergesandte für den Nahen Osten, Robert Serry, habe Israel nach einem Treffen mit Regierungsvertretern zu einem solchen Schritt aufgefordert, sagte ein UN-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Auch die Hamas stimmte inzwischen der Feuerpause zu, wie ein Sprecher der Palästinenserorganisation in der Nacht zu Donnerstag mitteilte.

Am Dienstag hatte eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe nur wenige Stunden gehalten. Lediglich Israel hatte das Feuer kurzzeitig eingestellt, nicht aber die radikal-islamische Hamas.

Derweil hatte Israel wie angekündigt seine Angriffe auf den Gazastreifen am Mittwoch massiv verstärkt. Am Strand der Stadt Gaza wurden durch den Beschuss der israelischen Streitkräfte vier Kinder getötet, insgesamt starben durch die Angriffe mehr als 20 Palästinenser.

Die israelische Regierung drohte angesichts der permanenten Raketenangriffe aus dem Gazastreifen nochmals mit einer Bodenoffensive. Die Armee hatte zuvor die palästinensische Bevölkerung vor neuen Luftangriffen auf "Terrororte" gewarnt und rund 100.000 Menschen per SMS, mit Anrufen und Flugblättern zur Flucht aus ihren Häusern aufgefordert. Dies sei "zu Ihrer eigenen Sicherheit", hieß es. Doch die radikalislamische Hamas forderte die Menschen in dem Küstengebiet auf, die Warnungen zu ignorieren und sprach von einem "psychologischen Krieg", den Israel führe.

Vermittlungsmission in Ägypten

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der zur gemäßigteren Fatah gehört, ist unterdessen in die ägyptische Hauptstadt Kairo gereist, um Möglichkeiten für eine längere Feuerpause zwischen den verfeindeten Parteien auszuloten. Abbas will mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi, dem Vize-Leiter des Politbüros der Hamas, Mussa Abu Marzuk, sowie mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi sprechen. In Kairo hält sich auch wieder der Sonderbeauftragte des sogenannten Nahost-Quartetts, der frühere britische Premierminister Tony Blair, auf.

Die Zahl der Toten seit Beginn der israelischen Offensive gegen die Hamas am 8. Juli war zuletzt nach palästinensischen Angaben auf 220 gestiegen, darunter waren demnach mindestens 48 Kinder. Mehr als 1600 Palästinenser wurden verletzt. Auf israelischer Seite kam infolge des Raketenbeschusses ein Zivilist ums Leben.

re/gri (afp, dpa, rtr, ap)

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