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Aktuell Nahost

Israel und Hamas beraten über neue Waffenruhe

Militante Palästinenser haben die Feuerpause verletzt und mehrere Granaten auf Israel abgeschossen. Trotz des Vorfalls diskutieren Vertreter Israels und der Hamas über eine zweite Waffenruhe.

Nach dem Ablauf der ersten Feuerpause verhandeln Delegationen Israels und die radikalislamische Hamas in Ägypten über eine zweite Waffenruhe. Erste Meldungen von israelischer Seite über eine neue Waffenruhe, die ab Freitag 5.00 Uhr MESZ gelten soll, bestätigten sich bisher nicht. Auch Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri wies eine Einigung zurück. Man verhandele derzeit noch, erklärte er. Beide Seiten hatten sich auf eine mehrstündige Feuerpause an diesem Donnerstag geeinigt.

Palästinenser verletzen Waffenstillstand

Diese war jedoch von militanten Palästinensern verletzt worden. Drei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Mörsergranaten waren am Morgen im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen, wie eine Armeesprecherin in Tel Aviv mitteilte. Die Geschosse seien in der Region Eschkol in der Nähe des Gazastreifens eingeschlagen. Es habe weder Opfer noch Sachschaden gegeben.

Israel und die radikalislamische Hamas hatten zuvor einer UN-Initiative für eine befristete, humanitäre Waffenruhe zugestimmt. Der UN-Nahostgesandte Robert Serry hatte die Feuerpause angeregt, damit sich die Bevölkerung im Gazastreifen mit Hilfsgütern und Lebensmitteln versorgen kann. Israel hatte gedroht, es werde im Fall von Angriffen aus dem Gazastreifen während der Feuerpause hart zurückschlagen.

Tote kurz vor der Waffenruhe

Bis kurz vor der Waffenruhe hatte es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten gegeben. Bei einem Luftangriff der israelischen Armee in Deir al-Balah am frühen Morgen wurde mindestens ein Palästinenser getötet, zwei weitere wurden verletzt, wie palästinensische Rettungskräfte mitteilten. Nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin wurden seit Mitternacht 37 Luftangriffe geflogen. Die radikalislamische Hamas feuerte demnach sieben Raketen auf Israel ab. Vier seien auf Feldern eingeschlagen und drei von der israelischen Luftabwehr abgefangen worden.

Israelische Soldaten wehrten nach Angaben aus Militärkreisen außerdem einen Angriff von Hamas-Kämpfern ab, die durch einen Tunnel nach Südisrael eingedrungen waren. Sie hätten einen Anschlag geplant, hieß es. Bei der Militäraktion habe es mindestens acht Opfer unter den Palästinensern gegeben, berichtete ein israelischer Fernsehsender. Insgesamt habe es sich um 13 Kämpfer gehandelt.

Insgesamt fast 230 Tote

Am Dienstag hatte sich nur Israel sechs Stunden lang an eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe gehalten. Die Hamas hatte die Feuerpause abgelehnt. Am Mittwoch hatte Israel wie angekündigt seine Angriffe auf den Gazastreifen massiv verstärkt. Am Strand der Stadt Gaza wurden durch den Beschuss der israelischen Streitkräfte vier Kinder getötet, insgesamt starben durch die Angriffe mehr als 20 Palästinenser.

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist inzwischen auf mindestens 227 gestiegen. Knapp 1690 weitere Menschen wurden verletzt, wie der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste mitteilte. Auf israelischer Seite wurde bislang ein Mensch bei einem Angriff mit Mörsergranaten aus dem Gazastreifen getötet.

se/cr/gmf (rtre, dpae, afp, rtr)