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Politik

Israel und Deutschland planen gemeinsamen Zukunftsfonds

Der israelische Staatspräsident ist auf Einladung von Bundespräsident Horst Köhler nach Deutschland gekommen. Moshe Katsav lobte die guten Beziehungen, zeigte sich wegen rechtsextremer Entwicklungen aber auch besorgt.

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Freundliche Begegnung in Berlin

"Deutschland und Israel verbindet der Glaube an gemeinsame Werte und das Andenken an die furchtbare Shoa", sagte der israelische Staatspräsident Moshe Katsav am Montag (30.5.2005) nach seinem Treffen mit Bundespräsident Horst Köhler. Katsav würdigt mit seinem dreitägigen Staatsbesuch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vor 40 Jahren - vier Jahrzehnte, die der Bundespräsident so charakterisierte: "Wir waren uns einig, dass in dieser Zeit schwierige Phasen überwunden worden sind, dass die Beziehungen vertrauensvoll geworden sind, dass man sich wechselseitig aufeinander verlassen kann und dass wir in Kenntnis und Bewusstsein, dass die Shoa uns immer Verantwortung bringt, jetzt auch intensiv darüber nachdenken und Ideen entwickeln, wie man die nächsten 40 Jahre dieser Partnerschaft gestalten kann."

Lob und Sorge

Eine Idee stellte Köhler nach seinem ersten Gespräch mit Katsav bereits vor: Ein gemeinsamer deutsch-israelischer Zukunftsfonds: "Wir werden einen bestimmten Geldbetrag extra aufwenden, Deutschland und auch Israel, um die Beziehungen im Jugendaustausch, Wissenschaftsaustausch und Kulturaustausch weiter zu intensivieren." In das Lob für die gegenwärtig guten Beziehungen mischte sich beim israelischen Staatspräsidenten aber auch eine gewisse Sorge: "Die deutsche Demokratie ist gefestigt und reif, und die Entschlossenheit der deutschen Politiker, gegen den Antisemitismus vorzugehen, ist beeindruckend. Leider sehen wir allerdings Anzeichen, die uns große Sorgen bereiten. Aber ich bin davon überzeugt, dass die deutsche Demokratie die Werkzeuge in der Hand hat, um mit diesen Anzeichen fertig zu werden."

Die Bildung ist gefordert

Katsav hatte sich in den vergangenen Monaten bereits mehrfach kritisch geäußert über das Erstarken der rechtsextremen Partei NPD, über Neonazi-Demonstrationen und Berichte über einen wachsenden Antisemitismus. Der Bundespräsident entgegnete: "In der Gesellschaft ist Bewusstsein da und auch Kampf gegen den Antisemitismus. Aber ich denke schon, dass vor allem die Bildungspolitik gefragt und gefordert ist, diesem Gefühl: 'Wir können es nicht mehr hören' entgegenzuwirken und den Unterricht so zu gestalten, dass der Holocaust in Erinnerung bleibt, und auch über die Erinnerung hinaus die Verantwortung für die Shoa von den jungen Menschen akzeptiert wird."

Rede vor dem Bundestag

Am Dienstag wird Kastav als zweiter israelischer Staatspräsident eine Rede vor dem Bundestag halten - 1996 hatte bereits Ezer Weizmann im deutschen Parlament gesprochen. Neben verschiedenen politischen Gesprächen wird Katsav außerdem das kürzlich eröffnete Holocaust-Mahnmal in Berlin besichtigen.

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