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Aktuell Nahost

Israel stellt sich auf Gegenangriffe ein

Israel stellt sich nach den Luftangriffen auf Ziele in Syrien auf mögliche Gegenschläge der Hisbollah-Miliz ein. Unterdessen herrscht Konfusion über den Bericht einer UN-Kommssion über Giftgas in Syrien.

Israelische Soldaten bei Militärübungen nahe der syrischen Grenze (Foto: AFP))

Israelische Armee in Alarmbereitschaft

Die syrische Opposition hat die israelischen Angriffe auf militärische Ziele in Syrien verurteilt. Die Nationale Syrische Koalition erklärte, das Regime von Präsident Baschar al-Assad sei dafür verantwortlich. Denn die syrische Armee kämpfe gegen das eigene Volk. Dagegen erklärte das syrische Außenministerium, Israel leiste mit seinen Angriffen auf Syrien den Rebellen direkte militärische Hilfe. Damaskus hatte die Angriffe als "Kriegserklärung" gewertet und mit Vergeltung gedroht.

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Israelische Luftschläge in Syrien

In Israel herrscht nach dem Luftangriff im syrischen Nachbarland erhöhte Alarmbereitschaft - aus Sorge vor einem solchen Vergeltungsanschlag. Die Armeeeinheiten entlang der Grenze seien zu größter Wachsamkeit aufgerufen, meldete der israelische Rundfunk. Der Luftraum im Norden Israels ist bis Donnerstag für zivile Flugzeuge gesperrt. Tatsächlich rechnen israelische Militärs den Berichten zufolge aber nicht mit einem Gegenangriff, weil das Assad-Regime zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt sei. Allerdings stelle sich die Armee auf eine mögliche Reaktion der libanesischen Hisbollah ein.

Die israelischen Luftangriffe am Freitag und Sonntag sollen iranischen Raketen mit großer Reichweite gegolten haben, die für die libanesische Hisbollah bestimmt waren. Schon jetzt verfügt die Hisbollah nach israelischen Schätzungen über 60.000 weitere Raketen. Offizielle Statements der israelischen Regierung gab es zu dem Angriff nicht.

In Washington sprach US-Präsident Barack Obama Israel das Recht zu, sich vor der Lieferung moderner Waffen "an terroristische Organisationen wie die Hisbollah" zu schützen. Wie ein Mitarbeiter des US-Geheimdienstes der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, hatte Israel seinem engsten Verbündeten USA keine Vorwarnung vor den Luftangriffen auf mutmaßliche Raketenlieferungen nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus gegeben. Die Regierung in Washington sei in dem Moment informiert worden, als die Bomben explodierten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einer Eskalation des Konflikts. Beide Staaten sollten auf weitere gegenseitige Angriffe verzichten, sagte Ban an die Adresse Israels und Syriens gerichtet.

Unterdessen löste die Aussage der UN-Expertin Carla del Ponte über einen Einsatz chemischer Waffen durch die Rebellen in Syrien Irritationen aus. Die frühere Chefanklägerin des UN-Tribunals für Ex-Jugoslawien hatte am Sonntag im Schweizer Fernsehen erklärt, nach Zeugenaussagen, die die Kommission gesammelt habe, hätten die Rebellen Sarin-Gas eingesetzt. Die Untersuchung müsse zwar noch vertieft werden, aber nach allen vorliegenden Erkenntnissen gehe der Giftgaseinsatz von den Gegnern des Assad-Regimes aus.

Dem widersprach jetzt die Kommission, der del Ponte selbst angehört, heftig. Es gebe "keine beweiskräftigen Ermittlungsergebnisse für einen Chemiewaffeneinsatz durch irgendeine an dem Konflikt beteiligten Parteien", heißt es in einer Erklärung der Kommission. Daher sei das Gremium auch derzeit nicht in der Lage, diese Behauptungen zu kommentieren.

te/gmf/ml (dpa, rtr, afp)

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