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Politik

Israel setzt Militäroffensive fort

Bei einem weiteren Raketenangriff der israelischen Armee am Mittwochmorgen (17.3.) im Gaza-Streifen sind mindestens zwei Menschen getötet und acht verletzt worden. Gleichzeitig rückte die Armee auch am Boden vor.

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Mit Raketen beschossen: Flüchtlingslager Rafah bei Gaza

"Sie werden alle vernichtet!" Das verkündet am Mittwochmorgen (17.3.) die israelische Tageszeitung "Ma' ariv" in schreienden roten Buchstaben. Und das Konkurrenzblatt "Yediot Achronot" veröffentlicht unter der Überschrift "Im Zielfernrohr" die Fotos der Anführer der radikal-islamischen palästinensischen Organisationen, darunter auch das Foto des geistigen Führers der Hamas, Scheich Ahmed Yassin.

Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Dienstag (16.3.) beschlossen, die Politik der Liquidierungen fortzusetzen und die Anführer der militanten palästinensischen Organisationen im Gazastreifen zu töten. Niemand sei immun gegen die israelischen Angriffe, sagte Ministerpräsident Ariel Scharon. Auch führende Persönlichkeiten und so genannte politische Anführer stünden auf der Todesliste des israelischen Militärs. Außerdem werde Israel in einer begrenzten Bodenoffensive gegen die militanten Organisationen vorgehen.

Angst vor Angriffen

In Gaza herrschte am Dienstag (16.3.) fast Panik, als starke gepanzerte Verbände an den Grenzübergängen aufzogen. Im palästinensischen Fernsehen versuchte ein Nachrichtensprecher die Menschen zu beruhigen: "Gehen sie in die Wohnungen und geraten Sie nicht in Panik."

Das geistige Oberhaupt der radikal-islamischen Hamas-Bewegung, Scheich Ahmed Yassin, gab sich wie immer kämpferisch: Der Feind werde die Konsequenzen der Aggressionen und der Angriffe auf die Palästinenser tragen müssen. "Das palästinensische Blut ist nicht billig", drohte Yassin.

Angriffe aus der Luft

Am frühen Dienstagabend (16.3.) schlug die israelische Luftwaffe dann zu. Aus Kampfhubschraubern feuerte sie mehrere Raketen auf ein Haus in Gaza-Stadt ab und tötete dabei mindestens zwei Menschen. 14 weitere wurden verletzt. In der Nacht griff die Luftwaffe dann erneut Ziele in Gaza-Stadt an. Auch diesmal gab es wieder Tote und Verletzte. Die meisten führenden palästinensischen Aktivisten sind inzwischen in den Untergrund abgetaucht. Sie lassen sich nicht mehr in der Öffentlichkeit sehen und wechseln so oft wie möglich ihren Aufenthaltsort.

Ein israelischer Regierungssprecher erklärte, Israel müsse so lange die geeigneten defensiven Maßnahmen ergreifen, um seine Bevölkerung zu schützen, bis der palästinensische Terror aufhöre.

Attentäter aus dem Gaza-Streifen

Bei dem letzten palästinensischen Selbstmordanschlag waren am vergangenen Sonntag (14.3.) zehn Israelis getötet worden. Zwei jugendliche Selbstmordattentäter aus dem Flüchtlingslager Dschebalyia im Gaza-Streifen hatten sich zeitgleich vor und im Industriehafen von Aschdod in die Luft gesprengt.

Es war das erste Mal seit dem Ausbruch der Intifada vor dreieinhalb Jahren, dass Attentäter aus dem Gaza-Streifen nach Israel eindringen konnten. Für die Palästinenser ist dies ein Beweis dafür, dass auch die Sperranlage, die Israel derzeit im Westjordanland baut, Israel keine Sicherheit bringen wird.

Der Gaza-Streifen ist seit rund zehn Jahren komplett von einem Zaun umgeben. Nur noch Arbeiter, die eine Genehmigung haben, in Israel zu arbeiten, können ihn über den Grenzübergang Erez verlassen. Seit vergangenem Sonntag (14.3.) ist der Gaza-Streifen allerdings ganz von der Außenwelt abgeriegelt.

In A-Ram, einem palästinensischen Vorort, begannen die Bulldozer jetzt damit, Olivenbäume auszureißen und den Boden für eine Betonmauer vorzubereiten, die mitten durch das von Palästinensern bewohnte Viertel gehen wird und damit nicht nur die palästinensische Gemeinde zerstört, sondern sogar Familien auseinanderreißt.

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