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Nahost

Israel räumt von Siedlern besetztes Haus in Hebron

Israels Polizei ist gewaltsam gegen radikale jüdische Siedler im Westjordanland vorgegangen, um ein besetztes Haus zu räumen. Die Regierung befürchtete, das "Pulverfass Hebron" könnte explodieren.

Hebron im Westjordanland (Foto: AP)

Hebron: Ein "Pulverfass"?

Jüdische Siedlerin widersetzt sich Festnahme (Foto: AP)

Jüdische Siedlerin widersetzt sich Festnahme

Sicherheitskräfte drangen in das vierstöckige Gebäude ein, dessen Räumung der Oberste Gerichtshof Israels verfügt hatte. Dabei seien etliche Menschen verletzt worden, berichteten Augenzeugen.

Der Gerichtshof hatte im vergangenen Monat entschieden, dass die Siedler das seit März 2007 von ihnen bewohnte Haus räumen müssen. Nach eigener Darstellung hatten sie das Gebäude von einem Palästinenser gekauft, was der Mann jedoch bestreitet. Der Konflikt hatte seit Tagen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in Hebron geführt. Zuletzt waren Hunderte Sympathisanten in die geteilte Stadt gereist, um die Hausbesetzer zu unterstützen.

Gescheiterter Vermittlungsversuch

Ein Vermittlungsversuch von Verteidigungsminister Ehud Barak, der sich noch am Donnerstagmorgen (04.12.2008) mit Vertretern der Siedler getroffen hatte, war fehlgeschlagen. Bis zur endgültigen Klärung der Eigentumsverhältnisse werde nun die Armee das Gebäude bewachen, kündigte Barak an.

Israels Verteidigungsminister Barak (Foto: AP)

Verteidigungsminister Barak ordnete Räumung an

Siedler reagieren mit Empörung

Der Chef des Siedlerrates Yesha, Danny Dayan, sagte, Barak habe mit der Konfrontation einen schweren Fehler begangen, der Extremisten in die Hände spielen werde. Siedlerführerin Daniella Weiss beschwerte sich: "Das ist ein Akt der Schurkerei, Juden werfen Juden aus ihren Häusern". Israels Staatspräsident Schimon Peres erwiderte: "Es muss klar sein: Wenn jemand einen Stein auf einen Soldaten wirft, ist das dasselbe, als ob man einen Stein auf den Staat Israel wirft."

Brennpunkt der Gewalt

Hebron ist bereits seit langem ein Brennpunkt israelisch-palästinensischer Gewalt. In der Stadt leben wenige hundert jüdische Siedler inmitten von fast 200.000 Palästinensern. (wa)

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