Israel räumt Bombardements in Syrien ein | Aktuell Nahost | DW | 14.06.2018
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Luftangriffe

Israel räumt Bombardements in Syrien ein

Nur selten bekennt sich Israel zu seinen Luftschlägen in Syrien. Die jüngsten Angriffe hätten pro-iranischen Stellungen gegolten. Premier Netanjahu legte nahe, die Bombardements seien im Interesse Europas.

Jerusalem | Netanjahu - Israel hat schiitische Milizen in Syrien bombardiert (Reuters/A. Awad)

Bei einer Konferenz gab Netanjahu das israelische Bombardement auf schiitische Milizen in Syrien zu

Ungewöhnliches Eingeständnis aus Israel: Premierminister Benjamin Netanjahu hat Bombardements auf Stellungen von Verbündeten des Iran im Nachbarland Syrien eingeräumt. Details, auf welche Angriffe er sich beziehe, nannte Netanjahu nicht. Er rechtfertigte Luftschläge mit dem Vorwurf, der Iran wolle Syrien militärisch "kolonialisieren", um Israel anzugreifen. Netanjahu warf dem Iran vor, zu diesem Zweck 80.000 Milizenkämpfer aus Staaten wie Pakistan und Afghanistan in das Land eingeschleust zu haben.

Jerusalem | Netanjahu - Israel hat schiitische Milizen in Syrien bombardiert (Reuters/A. Awad)

Benjamin Netanjahu erläutert in Jerusalem Geheimdiensterkenntnisse über Irans Stellungen in Syrien

Bombardements seien im Interesse Europas

In der Vergangenheit hatte Netanjahu wiederholt gewarnt, dass Israel dem Iran und seinen Verbündeten nicht gestatten werde, militärische Einheiten dauerhaft in Syrien zu stationieren. Netanjahu stellte die Bombardements als im Interesse Europas dar: Die Einführung schiitischer Milizen in das mehrheitlich sunnitische Syrien sei ein "Rezept für ein erneutes Aufflammen eines weiteren Bürgerkriegs", der weitere Millionen Flüchtlinge in Richtung Europa treiben könnte.

In Syrien tobt seit sieben Jahren ein Krieg mit einer Vielzahl von in- und ausländischen Akteuren. Der schiitische Iran steht im Syrien-Krieg auf der Seite des Machthabers Baschar al-Assad. Kämpfer des Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz würden das Land verlassen, sobald der Terrorismus dort ausgelöscht sei, sagte Assad am Mittwoch.

Israel bekennt sich selten zu Angriffen

Die rechtsgerichtete Regierung von Benjamin Netanjahu fährt einen harten Kurs gegen Israels Erzfeind Iran. Dazu hat sie in den vergangenen Jahren dutzende Angriffe auf iranische Stellungen in Syrien angeordnet - in der Regel jedoch, ohne sich dazu zu bekennen.

de/sam (dpa, afp)

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