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Türkeistreit

Israel nennt Erdogans Nazi-Polemik inakzeptal

Nachdem bereits der Zentralrat der Juden in Deutschland die jüngsten Nazi-Vorwürfe des türkischen Staatspräsidenten Erdogan kritisierte, meldet sich auch Israel zu Wort. Die Vergleiche seien völlig deplatziert.

Israel Außenministerium in Jerusalem Außenansicht (picture-alliance/dpa/T. Brakemeier)

Das israelische Außenministerium in Jerusalem

Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emmanuel Nachschon, fand klare Worte zu den jüngsten Nazi-Vorwürfen. "Solche Vergleiche sind völlig deplatziert", sagte er der Deutschen Presse-Agentur ,"Israel ist gegen alles, was das Gedenken an den Holocaust schmälern oder ihn banalisieren könnte."

In der Auseinandersetzung mit dem Holocaust sei die frühe Erziehung von Kindern besonders wichtig, damit es nicht zu dieser Art von Vergleichen komme. Die Türkei erwähnte Nachschon in seiner Erklärung nicht direkt.

Der türkische Präsident hatte am Sonntag erstmals persönlich Bundeskanzlerin Angela Merkel "Nazi-Methoden" vorgeworfen. Die umstrittenen Äußerungen fielen bei einem Auftritt am Sonntag im türkischen Fernsehen. Zuvor hatte in Frankfurt am Main eine Kurden-Kundgebung stattgefunden.

Erdogan hat Deutschland in den vergangenen Wochen wiederholt vorgeworfen, politische Veranstaltungen zu verhindern, bei denen für eine Verfassungsänderung in der Türkei geworben wird, und dieses Vorgehen mit "Nazi-Methoden" gleichgesetzt.

Israel und die Türkei hatten sich erst im vergangenen Jahr nach jahrelangem Zerwürfnis versöhnt. Die Beziehungen waren seit der Erstürmung des Gaza-Solidaritätsschiffs "Mavi Marmara" durch die israelische Marine 2010 belastet. Damals wurden zehn türkische Staatsbürger getötet.

ie/qu (dpa)

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