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Nahost

Israel leitet Rückzug aus Gazastreifen ein

Nachdem im Gaza-Krieg eine Waffenruhe in Kraft getreten ist, will sich Israel nun "schnellstmöglich" aus dem Gebiet zurückziehen. Auch die radikal-islamische Hamas versicherte, eine Feuerpause einzuhalten.

Israelische Soldaten zeigen das Victory-Zeichen (Foto: AP)

Israelische Soldaten auf dem Rückzug

Israel habe nicht die Absicht, Soldaten in dem palästinensischen Autonomiegebiet zu belassen, wolle aber Gewissheit, dass eine neue Waffenruhe mit der Hamas Bestand habe, erklärte Ministerpräsident Ehud Olmert. Sobald die Sicherheit der israelischen Bürger gewährleistet sei, solle der Truppenrückzug so schnell wie möglich erfolgen, kündigte der Regierungschef in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend (18.01.2009) in Jerusalem an.

Erste Soldaten ziehen ab

Die Hamas hatte zuvor - nur Stunden nach der israelischen Regierung - eine Waffenruhe verkündet. Allerdings will die Palästinenser-Organisation den bewaffneten Kampf wieder aufnehmen, sollte Israel seine Soldaten nicht binnen Wochenfrist abziehen. Augenzeugen bestätigten erste israelische Truppenbewegungen im Gazastreifen. Der begonnene Abzug gehe schrittweise weiter, sagte ein israelischer Militärvertreter. Die Soldaten seien aber bereit, auf Angriffe radikaler Palästinenser zu reagieren.

Hamas-Regierungschef Hanija (Foto: AP)

Hanija: "Israelische Aggression gestoppt"

Laut Medien-Berichten räumten israelische Panzer inzwischen mehreren Positionen, unter anderem bei Dschabalija und Beit Lahija. Auch die wichtigste Stellung bei Nezarim wurde demnach geräumt, so dass erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs wieder eine Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des Gazastreifens besteht.

Ein großer Sieg?

Führende Vertreter der Hamas sprachen von einer "Niederlage" Israels. Der Chef der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Ismail Hanija, erklärte, das palästinensische Volk habe einen "großen Sieg" errungen. "Wir haben die Aggression gestoppt, und der Feind hat keines seiner Ziele erreicht", sagte Hanija in einer Fernsehansprache.

Positives Echo

Teilnehmer des Nahost-Gipfels in Ägypten (Foto: AP)

Nahostgipfel-Teilnehmer wollen dauerhafte Friedenslösung

Die vorläufige Waffenruhe in Nahost wurde weltweit begrüßt. "Jetzt geht es darum, den Waffenstillstand dauerhaft zu machen", sagte Kanzlerin Merkel am Sonntagnachmittag auf dem Nahostgipfel im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich. Nun müssten die Grenzübergänge gesichert und der Waffenschmuggel in den Gazastreifen unterbunden werden. Deutschland werde, wenn nötig, technische Hilfe dazu leisten, versicherte Merkel.

An dem Gipfel nahmen neben dem gastgebenden Staatschef Hosni Mubarak unter anderen der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premier Gordon Brown, König Abdullah II. von Jordanien, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teil. Dieser nannte den Krieg im Gazastreifen eine "humanitäre Katastrophe". Das von den Medien gezeigte Leiden der Palästinenser in den vergangenen drei Wochen sei nur ein Bruchteil der schrecklichen Realität. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, sagte: "Wir brauchen nicht nur den Abzug (der israelischen Truppen), sondern auch die Öffnung der Grenzübergänge und ein Ende der Blockade".

Karte Gazastreifen (Quelle: DW)

Gazastreifen: Hält die Waffenruhe?

Bei der israelischen Militäroffensive, die am 27. Dezember begonnen hatte, wurden nach Darstellung der Gesundheitsbehörde in Gaza mehr als 1300 Palästinenser getötet. Zudem seien tausende Menschen verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen nach offiziellen Angaben zehn Soldaten und drei Zivilisten ums Leben. (wa)

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