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Nahost

Israel jetzt auch im Streit mit Jordanien

Ein tödlicher Zwischenfall auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Amman belastet die Beziehungen zwischen den Nachbarländern. Regierungschef Netanjahu betonte, er bemühe sich um eine rasche Lösung der Krise.

Israel Polizisten bewachen die Botschaft in Amman (Getty Images/AFP/K. Mazraawi)

Der streng bewachte Botschaftskomplex in Amman nach dem Angriff

"Wir sind in ständigem Kontakt mit Repräsentanten der Sicherheit und Regierung in Amman, um die Angelegenheit möglichst schnell zu beenden", sagte Premier Benjamin Netanjahu in Jerusalem.

Das israelische Außenministerium schilderte den Ablauf der Tat wie folgt: Demnach griff am Sonntag ein Jordanier auf dem Gelände der diplomatischen Vertretung in der jordanischen Hauptstadt zunächst einen israelischen Wachmann mit einem Schraubenzieher an und verletzte ihn. Der Israeli habe den Angreifer daraufhin als Akt der Selbstverteidigung erschossen. Dabei sei versehentlich auch ein unbeteiligter Jordanier ums Leben gekommen, bei dem es sich um den Besitzer des Wohngebäudes gehandelt habe. Der israelische Wachmann halte sich noch immer auf dem Gelände der Botschaft auf.

"Wir werden ihn heimbringen"

Ungeachtet der Beteuerungen aus Jerusalem, man sei um eine rasche Lösung bemüht, lehnte Israel eine Vernehmung des Wachmanns, der die Jordanier erschossen hat, durch jordanische Sicherheitskräfte ab. Der leicht verletzte Mann genießt nach Darstellung von Premier Netanjahu diplomatische Immunität. Eine Befragung oder Strafverfolgung durch das Nachbarland komme deshalb nicht infrage. Netanjahu sagte, er habe dem Wachmann bei einem Telefonat zugesagt, "dass wir ihn heimbringen werden, wir haben dabei schon Erfahrung".

Die private jordanische Zeitung "Al-Ghad" berichtete unter Berufung auf zwei Sicherheitsquellen, dass Jordanien die Auslieferung des Mannes beantragen werde. Falls dies nicht gestattet werde, würde man "diplomatische Maßnahmen" ergreifen.

Jordanien ist eines der wenigen arabischen Länder, das zu Israel diplomatische Beziehungen unterhält. Das Verhältnis ist wegen des Konfliktes um den Zugang zum Jerusalemer Tempelberg derzeit aber gespannt. Jordanien ist Hüter der islamischen Stätten in Jerusalem.

Palästinenser greift Israeli mit Messer an

In der Nähe von Tel Aviv ist ein israelischer Staatsbürger bei einem Messerangriff verletzt worden. Nach Polizeiangaben griff ein 21-jähriger Palästinenser den arabischstämmigen Israeli in einem Fast-Food-Restaurant in Petach Tikva an. Die Polizei vermutet, der Täter sei davon ausgegangen, dass es sich bei seinem Opfer um einen Juden handele. Der Angreifer wurde beim Fluchtversuch festgenommen.

qu/kle (rtr, dpa, afp)

 

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