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Aktuell Nahost

Israel fördert Erdgas aus dem Mittelmeer

Israel hat mit der Gasförderung aus dem Erdgasfeld Tamar vor seiner Küste begonnen. Die neue Energiequelle könnte das Land von Erdöl- und Kohleimporten unabhängiger machen.

Das Erdgas sei zu einer Produktionsplattform nahe Aschdod geleitet worden, von wo aus es binnen 24 Stunden eine Station in der Hafenstadt erreichen könne, erklärte das israelische Ministerium für Energie und Wasser. Tamar liegt rund 80 Kilometer vor der Hafenstadt Haifa im Mittelmeer. Das Gebiet wird allerdings auch von anderen Ländern beansprucht, darunter vom Libanon.

Die Lagerstätte enthält etwa 240 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das ist zwar im internationalen Vergleich wenig und entspricht zum Beispiel nur dem zweieinhalbfachen des deutschen Jahresverbrauchs, aber das kleine und ansonsten an Bodenschätzen arme Israel kann damit nach Expertenmeinung seine Energieversorgung für 20 Jahre wesentlich verbessern. Sobald ein weiteres Gasfeld im Mittelmeer in einigen Jahren erschlossen ist, könnte das Land sogar zu einem Gas-Exporteur werden.

Gas wird gemeinsam mit US-Unternehmen gefördert

Mitarbeiter im Kontrollraum von Tamar (Foto: Getty Images)

Kontrollraum von Tamar

Das Gasvorkommen war 2009 entdeckt worden und wird gemeinsam von dem US-Unternehmen Noble Energy und den israelischen Firmen Delek, Isramco und Dor Alon betrieben. Medienberichten zufolge könnte die neue Energiequelle den Preisanstieg für Strom in den kommenden Jahren deutlich verlangsamen und das Land von Erdöl- und Kohleimporten unabhängiger machen. Der neue Energie- und Wasserminister Silwan Schalom sprach angesichts des Beginns der Gasförderung von einem "Tag der Energieunabhängigkeit Israels". Und Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einem "großen Tag für die israelische Wirtschaft".

hf/pg (afpd, dpa)

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