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Nahost

Israel erwidert Raketenangriff

Nach einem Raketenbeschuss durch radikale Palästinenser ist die israelische Luftwaffe zum Gegenangriff übergegangen. Mehrere Ziele im Gazastreifen wurden bombardiert. Die Friedensbemühungen laufen dennoch weiter.

Zerstörung in Gaza - nach dem israelischen Vergeltungsschlag (Foto: AP)

Zerstörung in Gaza nach dem israelischen Luftangriff

Die Reaktion ließ nur wenige Stunden auf sich warten: In der Nacht zum Freitag (19.03.2010) feuerte die israelische Luftwaffe mehrere Raketen auf Ziele im Gazastreifen. Getroffen wurden nach israelischen Angaben unter anderem Schmugglertunnel unter der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten sowie eine Waffenwerkstatt. Augenzeugen berichteten außerdem, dass ein Panzer mehrere Geschosse von Israel auf den Gazastreifen abgefeuert habe.

Reaktion auf palästinensischen Angriff

EU-Außenbeauftrage Catherine Ashton auf ihrer Nahost-Reise (Foto: AP)

Der Besuch von Catherine Ashton wurde von einem Anschlag überschattet

Der Militärschlag war eine Reaktion auf einen Angriff radikaler Palästinenser am Donnerstag. Bei dem Raketenbeschuss war ein Mensch in Israel getötet worden - zum ersten Mal seit rund einem Jahr. Bei dem Toten handelt es sich um einen thailändischen Gastarbeiter, der in einem israelischen Kibbuz in der Nähe des Gazastreifens beschäftigt war.

Der Zwischenfall überschattete den Besuch der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton im Gazastreifen. "Ich bin zutiefst schockiert über den Raketenangriff und den tragischen Verlust von Leben", heißt es in einer offiziellen Erklärung Ashtons. Sie forderte alle Seiten auf, sich für eine rasche Aufnahme von Friedensgesprächen einzusetzen: "Wir müssen eine friedliche Lösung für alle Fragen und Probleme finden."

Mahnung zur Besonnenheit

Den stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Silwan Schalom, der umgehend eine harte Reaktion angekündigt hatte, drängte Ashton zur Zurückhaltung. "Es muss sichergestellt werden, dass solche Zwischenfälle uns nicht daran hindern, einen dauerhaften Frieden für die Region zu finden", sagte sie.

Die EU-Außenbeauftragte ist die ranghöchste Politikerin, die seit dem Besuch ihres Vorgängers Javier Solana vor gut einem Jahr wieder in den Gazastreifen gereist ist. Sie besuchte Schauplätze der Zerstörung durch den Gaza-Krieg. Die dreiwöchige israelische Offensive hatte Ende Dezember 2008 begonnen.

Ringen um den Frieden

Ungeachtet der jüngsten Zwischenfälle laufen die Bemühungen um eine Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern weiter. An diesem Freitag kommt das so genannte Nahost-Quartett - bestehend aus Vertretern der USA, Russlands, der Vereinten Nationen und der Europäischen Union - in Moskau zu Beratungen zusammen. Ziel soll es sein, Israelis und Palästinenser wieder zu Friedensverhandlungen zu bewegen.

Die Palästinenser hatten sich vergangene Woche aus den indirekten Verhandlungen zurückgezogen, als Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau von 1600 Wohnungen im umstrittenen arabischen Ostteil Jerusalems ankündigte. Die USA werteten dies als Affront.

Annäherung in Sicht?

Der Nahost-Sondergesandte George Mitchell (Archivfoto: AP)

Soll am Wochenende in den Nahen Osten reisen: US-Gesandter Mitchell

Doch dieser Streitpunkt soll rasch beigelegt werden. Bei einem Telefongespräch zwischen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Außenministerin Hillary Clinton hätten sich beide Politiker auf konkrete vertrauensbildende Maßnahmen geeinigt, um die "Atmosphäre in Hinsicht auf einen Fortschritt im Friedensprozess zu verbessern", sagte ein Sprecher des Außenamts am Donnerstagabend in Washington.

Weiter hieß es, bereits an diesem Wochenende werde der Nahost-Sonderbeauftragte der Vereinigten Staaten, George Mitchell, in die Region reisen, um den Friedensprozess anzustoßen. Die eigentlich bereits vor Tagen geplante Reise Mitchells war durch die Verstimmungen zwischen den USA und Israel gestoppt worden.

Autor: Frank Wörner (dpa, apn, afp, rtr)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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