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Aktuell Nahost

Israel ermittelt selbst

Israel leitet nun erstmals selbst Untersuchungen ein wegen der zivilen Opfer im jüngsten Gaza-Krieg. Besondere Empörung hatte weltweit der verheerende Beschuss einer UN-Schule im Juli ausgelöst.

Die israelische Armee hat bekanntgegeben, eigene strafrechtliche Ermittlungen zu mehreren Vorfällen während des Gaza-Konflikts eingeleitet zu haben. Es handele sich um schwerwiegende Zwischenfälle mit zivilen palästinensischen Opfern. Derzeit liefen fünf Untersuchungen, Dutzende weitere könnten folgen, sagte ein ranghoher Armeevertreter im Verteidigungsministerium in Tel Aviv vor ausländischen Journalisten.

Demnach wird vor allem auch ein israelischer Angriff auf eine UN-Schule am 24. Juli im nördlichen Beit Hanun untersucht, bei dem nach Angaben von Ärzten mindestens 15 Menschen getötet wurden. Auch der Angriff auf auf einen Strand von Gaza-Stadt am 16. Juli, bei dem vier Kinder getötet wurden, ist Gegenstand von Ermittlungen. Beobachter sprachen von dem Versuch der israelischen Führung, einer Aufklärung durch internationale Behörden und einer möglichen Verurteilung zuvorzukommen.

Gerade diese beiden genannten Attacken der israelischen Streitkräfte waren von den Vereinten Nationen, den USA und anderen westlichen Staaten heftig verurteilt worden. Die Armee wolle "alle glaubwürdigen Vorwürfe zu Fehlverhalten" untersuchen, beteuerte am Mittwoch ein Vertreter der Armee, der anonym bleiben wollte.

Im palästinensischen Gazastreifen hält seit zwei Wochen eine Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas. Bei dem 50-tägigen israelischen Militäreinsatz waren laut örtlichen Rettungskräften mehr als 2100 Palästinenser getötet worden, ein Großteil davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 67 Soldaten und sechs Zivilisten.

SC/haz (afp, APE, NYT)