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Aktuell Nahost

Israel erklärt vereinbarte Feuerpause für gescheitert

Wenige Stunden nach Inkrafttreten einer neuen Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist sie wieder gebrochen worden. Es gibt heftige Feuergefechte im Süden des Gazastreifens. Mindestens 35 Menschen werden getötet.

Palästinensische Rettungskräfte sprechen von mindestens 35 Todesopfern um die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens und mehr als 150 Verletzten. Der israelische Rundfunk berichtete von heftigen Feuergefechten zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern in Rafah. Israelische Artillerie feuere Granaten in das Gebiet. Auch die israelische Luftwaffe sei im Einsatz. Der Warenübergang Kerem Schalom sei angesichts schwerer Kämpfe geschlossen worden. In israelischen Grenzorten heulten wieder die Warnsirenen. Militante Palästinenser feuerten Raketen auf israelische Ortschaften ab. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, für den Bruch der Feuerpause verantwortlich zu sein.

Israel erklärt Feuerpause für beendet

Die israelische Armee erklärte die Freitagfrüh begonnene dreitägige Waffenruhe mit der radikalislamischen Hamas für gescheitert. Zur Begründung verwies Militärsprecher Peter Lerner darauf, man gehe davon aus, dass ein Soldat von militanten Palästinensern verschleppt worden sei. UN-Vermittler Robert Serry sagte, Israel habe ihn über den "schwerwiegenden Vorfall" informiert. Es seien auch zwei israelische Soldaten getötet worden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen hatten Israel und die Hamas in der Nacht zum Freitag dem UN-Sondervermittler Serry zugesichert, sich an die "bedingungslose humanitäre Waffenruhe" halten zu wollen. Der Zeitraum von drei Tagen könne verlängert werden. Während der Feuerpause würden die Truppen in ihren Stellungen bleiben, hieß es in einer in New York verlesenen gemeinsamen Erklärung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenminister John Kerry.

Ein brennendes Haus in Rafah nach den Angriffen (Foto: picture alliance/Abed Rahim Khatib)

Nur kurz nach Beginn der Feuerpause kam es im Gazastreifen erneut zu schweren Gefechten



Die Waffenruhe solle den Menschen nun "eine dringend notwendige Entlastung von der Gewalt" bringen, hieß es in der Erklärung weiter. Während dieser Zeit sollen Zivilisten sofort benötigte humanitäre Hilfe und die Möglichkeit bekommen, lebensnotwendige Aufgaben zu erledigen. Dazu zählt die Beerdigung der Toten, die Versorgung der Verletzten und die Beschaffung von Lebensmitteln." Überfällige Reparaturen am Wasser- und Stromnetz sollen auch möglich sein.

Tunnel müssen zerstört werden

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte erklärt, eine Waffenruhe sei nur akzeptabel, wenn Israel weiter Tunnelanlagen im Gazastreifen zerstören könne. US-Außenminister Kerry teilte mit, Israel werde auch während der Feuerpause "defensive Operationen" gegen Tunnelanlagen der Hamas fortsetzen. Diese Einsätze fänden "hinter" den israelischen "Linien" statt.

Mehr als 1400 Tote

Die israelische Armee hatte vor mehr als drei Wochen mit einer Luftoffensive in dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifen begonnen. Später drangen auch Bodentruppen in das Gebiet vor. Ziel der Militäroperation ist es, den anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Küstengebiet auf Israel zu unterbinden. Auch Tunnel, durch die militante Palästinenser auf israelischen Boden vordringen, um Anschläge zu verüben oder Menschen zu entführen, sollen zerstört werden.

Seit Beginn des Gaza-Krieges vor drei Wochen wurden auf beiden Seiten mehr als 1400 Menschen getötet.

cr/se (dpa, afp, rtr)