1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Israel bombardiert erneut Ziele in Syrien

Israels Luftwaffe hat nach Medienberichten wieder Ziele in Syrien angegriffen. Der Luftschlag habe einer Forschungseinrichtung des Militärs gegolten. Zuvor war ein Waffentransport an die Hisbollah bombardiert worden.

Die syrische Hauptstadt Damaskus ist am frühen Sonntagmorgen von heftigen Explosionen erschüttert worden. Einem staatlichen Fernsehbericht zufolge attackierten die israelischen Streitkräfte das wissenschaftliche Forschungszentrum Dschamraja nördlich der syrischen Hauptstadt Damaskus. Der Angriff sei mittels Raketen erfolgt, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Über mögliche Verletzte oder Tote liegen bisher keine Informationen vor. Bereits im Januar hatte Israel nach Angaben von Diplomaten die Einrichtung angegriffen.

Schon in der Nacht zum Freitag soll die israelische Luftwaffe US-Medienberichten zufolge ein Ziel im benachbarten Bürgerkriegsland bombardiert haben. Der Angriff habe einer Waffenlieferung an die libanesische Hisbollah-Miliz gegolten, berichtete der US-Fernsehsender NBC unter Berufung auf US-Regierungsvertreter.

Israel will Waffentransfer verhindern

Weder das US-amerikanische noch das israelische Verteidigungsministerium wollten den Vorgang bestätigen. "Wir reagieren auf solche Berichte nicht", sagte eine Sprecherin des israelischen Militärs.

Video ansehen 01:10

Israel greift Ziele in Syrien an

Die Regierung in Jerusalem hatte in der Vergangenheit aber wiederholt erklärt, sie werde mit aller Macht verhindern, dass Waffen oder Giftgas aus dem Arsenal des syrischen Militärs in die Hände islamistischer Rebellen oder der israelfeindlichen Hisbollah gelangten.

Die Schiitenmilz, die sich zu Anfang des seit zwei Jahren tobenden Bürgerkriegs in Syrien weitgehend zurückgehalten hat, griff in letzter Zeit immer häufiger unterstützend auf Seiten des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in die Kämpfe ein. Die Hisbollah hatte 2006 mehr als einen Monat lang Krieg gegen Israel geführt. Sie wird von Israels Erzfeind Iran unterstützt. Die Regierung in Jerusalem befürchtet zudem, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Islamisten unter den syrischen Rebellen ihre Waffen gegen den jüdischen Staat richten könnten.

Obama lehnt weiter Bodentruppen ab

Unterdessen sprach US-Präsident Barack Obama Israel ganz allgemein das Recht zu, Waffenlieferungen an die Hisbollah-Miliz zu unterbinden.

Während eines Besuchs in Costa Rica sagte Obama dem Fernsehsender Telemundo: "Was ich in der Vergangenheit gesagt habe und weiter glaube, ist, dass die Israelis berechtigterweise gegen den Transfer moderner Waffen an terroristische Organisationen wie Hisbollah vorgehen müssen'".

Ein direktes militärisches Eingreifen der USA in Syrien lehnte Obama allerdings erneut ab. Als oberster Befehlshaber schließe er zwar grundsätzlich keine militärische Option aus. Ein Bodeneinsatz für sei ihn im Moment jedoch nicht vorstellbar, sagte der US-Präsident. Er sehe derzeit kein Szenario, in dem amerikanische Truppen auf syrischem Boden gut für Amerika oder für Syrien seien.

GD/kle (rtr, afp, dpa)

Audio und Video zum Thema