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Politik

Israel-Besuch in herausfordernder Zeit

Bundesratspräsidentin Hannelore Kraft (SPD) will dazu beitragen, die Sprachlosigkeit zwischen Israelis und Palästinensern zu überwinden. Der fünftägige Israel-Besuch ist ihre erste Auslandsreise in diesem Amt.

Der israelische Staatspräsident Shimon Peres und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und Bundesratspräsidentin Hannelore Kraft (SPD) (Foto: dapd)

Kraft und Peres in Jerusalem

Ihr Besuch in dieser "herausfordernden Zeit" sei ein Symbol für die große Freundschaft zwischen Deutschland und Israel, sagte Hannelore Kraft am Sonntag (06.03.2011) in Jerusalem bei einem Treffen mit Israels Staatspräsident Schimon Peres. Kraft fügte hinzu, die Entwicklung in der arabischen Welt sei eine Chance, die auch Risiken berge. Sie wolle deshalb versuchen, die richtigen Informationen zu bekommen, um helfen zu können.

Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem (Foto: dpa)

Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem

Israels Staatspräsident bot den arabischen Nachbarn angesichts der dramatischen Umwälzungen Unterstützung an. Als Lösung für den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern nannte er die Bildung zweier Staaten. Israel und Palästina müssten beide demokratische Wissensgesellschaften sein, sagte Peres bei dem Treffen.

Auf dem weiteren Tagesprogramm der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin, die derzeit den Vorsitz im Bundesrat innehat, stand am Sonntag auch der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Bis Mittwoch sind außerdem Gespräche mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Salam Fajad in Ramallah und der Besuch einer palästinensischen Polizeischule in Jericho vorgesehen.

In der Tradition von Johannes Rau

Johannes Rau besucht als Bundespräsident Israel (2003) (Foto: AP)

Johannes Rau 2003 in Israel

In Israel wird die sozialdemokratische Politikerin auch an einem Symposium der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung teilnehmen. Es ist dem 2006 verstorbenen früheren nordrhein-westfälischen SPD-Ministerpräsidenten Johannes Rau gewidmet, der von 1999 bis 2004 deutscher Bundespräsident war.

In dieser Eigenschaft hatte Rau am 16. Februar 2000 als erster deutscher Politiker vor der Knesset, dem israelischen Parlament, gesprochen. Dabei hatte er in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede um Vergebung für die Verbrechen des Holocausts gebeten.

Unmittelbar vor ihrer Abreise nach Israel hatte Hannelore Kraft auf das Erbe von Johannes Rau verwiesen. Es gebe wohl keinen anderen deutschen Politiker, der in Israel im gleichen Maße als Freund wahrgenommen worden sei, sagte Kraft. Zu ihrer Delegation gehört mit Christina Rau die Witwe des früheren NRW-Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten.

Autor: Hartmut Lüning (dpa)
Redaktion: Ursula Kissel

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