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Nahost

Israel beschießt UN-Hauptquartier in Gaza

Bei den Angriffen Israels auf Gaza-Stadt ist auch das UN-Hauptquartier beschossen worden. Die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas laufen auf Hochtouren.

Israelischer Panzer im Gaza-Streifen

Die israelische Offensive im Gaza-Streifen geht weiter

Im Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak für den Angriff auf das Hauptquartier des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNRWA) entschuldigt. Barak habe von einem "schweren Fehler" gesprochen und versichert, dass sich so etwas nicht wiederholen werde.

Laut Angaben des UNRWA sei das Gelände des UN-Hilfwerkes von zwei Geschossen getroffen worden. Mindestens drei Menschen wurden dabei verletzt. Auf dem Gelände hatten hunderte Flüchlinge Schutz vor der israelischen Armee gesucht. Die UN-Hilfsorganisationen stellten alle Tätigkeiten im Gaza-Streifen ein.

Karte Gaza-Streifen (DW)

Mit Unterstützung von Kampfhubschraubern, Panzern und Artillerie rückten israelische Soldaten Augenzeugenberichten zufolge tief in das Wohnviertel Tal el Hawa und zwei weitere Stadtteile von Gaza-City ein. Israelische Soldaten lieferten sich den Berichten zufolge erbitterte Gefechte mit palästinensischen Kämpfern, die Granaten und Panzerabwehrraketen abfeuerten.

Nach Angaben von Augenzeugen schossen die Panzer auch Geschosse in Richtung von Wohnhäusern ab, während die Luftwaffe Angriffe flog. In einem Gebäudeflügel eines Krankenhauses sei nach israelischem Beschuss Feuer ausgebrochen. In anderen Berichten hieß es, auch ein Hochhaus, in dem mehrere Medienunternehmen Büros hätten, sei beschossen worden.

Angst und Panik

Unter der Bevölkerung herrsche Angst und Panik. Menschen riefen von Balkonen ihrer Wohnungen um Hilfe, hieß es weiter. Hunderte Familien seien auf der Flucht. Ambulanzen und Sanitäter können das Gebiet wegen der schweren Kämpfe nicht mehr erreichen.

Verlässliche Angaben über mögliche Opfer liegen nicht vor. Militante Palästinenser feuerten mindestens 16 Raketen auf den Süden Israels ab. Opfer gab es nicht, in der Stadt Sderot wurde ein Haus beschädigt.

In der Nacht hatte die israelische Luftwaffe 70 Ziele im Gaza-Streifen angegriffen. Nach Angaben der Streitkräfte wurden Waffenstellungen und Raketentrupps der Hamas sowie eine Moschee in Gaza, die als Waffenlager gedient habe, angegriffen.

Die Zahl der getöteten Palästinenser gaben die Behörden in Gaza inzwischen mit 1040 an. Mehr als 5000 Menschen seien schwer verletzt worden. Auf israelischer Seite starben bisher 13 Menschen.

Steinmeier startet neuen Vermittlungsversuch

Außenminister Steinmeier mit Israels Präsident Peres

Außenminister Steinmeier mit Israels Präsident Peres

Währenddessen laufen die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine Waffenruhe auf Hochtouren. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kam in Jerusalem zunächst mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres zusammen. Die Unterredung fand unter vier Augen statt und diente der Eröffnung der zweiten Vermittlungsmission des Außenministers im Gazakonflikt innerhalb einer Woche.

Geplant sind auch Treffen Steinmeiers mit Regierungschef Ehud Olmert und Außenministerin Zipi Livni. Steinmeier will ferner in Ramallah mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und in Kairo mit ägyptischen Regierungsvertretern sprechen.

In Berlin forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premermimister Gordon Brown eine schnelle Feuerpause schon vor einem Abkommen über die Verhinderung des Waffenschmugel in den Gaza-Streifen. Der Stopp des Waffenschmuggels ist eine Hauptforderung Israels.

Fortschritte bei Gesprächen in Kairo

Fortschritte gibt es offenbar bei der ägyptischen Initiative für eine Waffenruhe. Ein Sprecher des ägyptischen Außenministeriums sagte, die Regierung in Kairo stehe mit der Hamas und Israel wegen einer zehntägigen Waffenruhe in Kontakt. "Wir hoffen, bald ein Ergebnis zu erreichen", erklärte der Sprecher.

Als Indiz für Bewegung im Ringen um einen Stopp der Kämpfe gilt auch die Ankunft des israelischen Chefunterhändler Amos Gilad in Kairo. Vor wenigen Tagen hatte er eine Reise nach Ägypten noch mit den Worten abgelehnt, die Zeit dafür sei noch nicht reif.

Auch Syrien spricht mit Hamas

Auch Syrien hat sich nach den Worten von Präsident Baschar el-Assad eingeschaltet. Dem britischen Sender BBC sagte Assad, die Hamas sei zu einer nachhaltigen Waffenruhe bereit und Syrien arbeite auf einen Waffenstillstand hin.

Es war der erste Hinweis darauf, dass Syrien sich an den Bemühungen um eine Waffenruhe beteiligt und die Hamas an einer langfristigen Lösung interessiert sein könnte. Die Regierung in Damaskus hat der politischen Hamas-Führung Asyl gewährt. (wl)

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