1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Israel: Alle Hamas-Tunnel zerstört

Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben alle bekannten Tunnel aus dem Gazastreifen zerstört. Damit hat Israel eines seiner zentralen Kriegsziele erreicht.

Es gebe aber noch weitere Aufgaben für die Armee in dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Palästinensergebiet, sagte ein Militärsprecher im israelischen Fernsehen, ohne Einzelheiten zu nennen.

Zuvor hatte Regierungschef Benjamin Netanjahu nach dem Ende einer von Israel einseitig erklärten siebenstündigen Feuerpause im im Gazastreifen die Wiederaufnahme der Militäroperationen angekündigt. Der Militäreinsatz werde "erst enden, wenn für einen dauerhaften Zeitraum Ruhe und Sicherheit für Israels Bürger hergestellt sind", sagte Netanjahu.

Waffenruhe weitgehend eingehalten

Israel hatte die für die Zeit zwischen 09.00 Uhr und 16.00 Uhr (MESZ) begrenzte Feuerpause verkündet, um humanitäre Hilfen zu ermöglichen. Allerdings nahm sie die Stadt Rafah davon aus. Dort setzte das Militär seinen Einsatz fort.

Die Waffenruhe wurde weitgehend eingehalten. Allerdings wurde beim Beschuss des Schati-Flüchtlingslagers ein achtjähriges Mädchen getötet, wie ein Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums mitteilte.

Auch das Lager Nuseirat sei von der israelischen Armee beschossen worden. Eine israelische Militärsprecherin sagte, man prüfe die Berichte. Sie wies darauf hin, dass militante Palästinenser aus dem Gazastreifen während der Waffenruhe mindestens 23 Geschosse auf Israel abfeuerten.

Die radikal-islamische Hamas hatte sich am Montag an die einseitig erklärte Feuerpause nicht gebunden gefühlt. Ihr Sprecher Sami Abu Suhri erklärte, Israel wolle damit nur "von seinen Massakern ablenken".

Anschläge in Jerusalem

Erstmals seit Beginn der Gaza-Offensive kam es auch im israelischen Kernland zu Anschlägen. In Jerusalem rammte ein palästinensischer Attentäter einen städtischen Bus mit einem Bagger und stürzte ihn um. Dabei wurde ein Passant getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Herbeigeeilte Polizisten erschossen den Attentäter, einen Palästinenser aus Ost-Jerusalem.

Nur wenige Stunden später wurde in der Nähe der Hebräischen Universität in Jerusalem ein Mitglied der Sicherheitskräfte von einem Unbekannten niedergeschossen. Der Mann wurde verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Täter floh auf einem Motorrad. Die Polizei leitete ein Großfahndung ein.

Jerusalem Anschlag 4. August 2014 (Foto: Reuters)

Jerusalem fürchtet die Rückkehr des Terrors

Höchste Opferzahlen aller Gaza-Kriege

Im bisher verlustreichsten und am längsten andauernden Gaza-Krieg wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bislang fast 1850 Palästinenser getötet und etwa 9500 verletzt, zwei Drittel davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.

gmf/wl (afp, dpa rtr)