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Nahost

Israel ärgert sich, Syrien freut sich

Die Türkei hat eine gemeinsame Militärübung mit Israel abgesagt und dafür ein Manöver mit Syrien geplant. Israel fürchtet, seinen einzigen Kooperationspartner in der Region zu verlieren.

Türkische Armee (Foto: AP)

Sie ziehen demnächst nicht mehr mit Israel, sondern Syrien ins Manöver

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Kritik an der Absage eines gemeinsamen Militärmanövers mit Israel zurückgewiesen. Die türkische Regierung habe ihr Ohr am Volk, und das türkische Volk wolle diese Militärübung mit Israel nicht, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch (14.10.2009) aus einem Gespräch Erdogans mit dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija. Es sei eine Frage der Ehre, die öffentliche Meinung nicht zu ignorieren, sagte Erdogan. Sein Land mache sich zum Obmann des Rechts. Israel aber habe im Gazastreifen Krankenhäuser und Schulen bombardiert und viele Zivilisten getötet.

Ehud Barak (Foto: AP)

Versucht zu beschwichtigen: Ehud Barak

Die Türkei hatte vergangene Woche den internationalen Teil des mit Beteiligung Israels geplanten Militärmanövers abgesagt. Die jährliche Luftwaffenübung "Anatolian Eagle", die seit 2001 gemeinsam mit internationalen Truppen veranstaltet wurde, solle nun vom 12. bis 24. Oktober im zentralanatolischen Konya nur noch von türkischen Streitkräften ausgeführt werden. Nach Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz" hatte Israel sich bei den USA über die türkische Ausladung beschwert: Der Schritt verstoße gegen Vereinbarungen über eine israelische Teilnahme an Nato-Manövern. Aus Protest hätten dann auch die USA und Italien ihre Teilnahme abgesagt, daraufhin sei der gesamte internationale Teil der Übung abgeblasen worden.

Israel besorgt über syrisch-türkische Annäherung

Israel macht sich Sorgen um die Zukunft des militärischen Bündnisses mit der Türkei. Seit einem militärischen Kooperationabkommen, das die beiden Staaten 1996 geschlossen haben, ist die Türkei der wichtigste Verbündete in der Region. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak versuchte am Mittwoch (14.10.2009), die Spannungen herunterzuspielen. "Unsere Beziehungen zur Türkei sind langanhaltend und wichtig", sagte er.

Walid al-Muallim

Freut sich über die türkische Absage: Walid al-Muallim

Die syrische Regierung ist über die jüngsten Unstimmigkeiten zwischen der Ankara und Jerusalem hocherfreut. "Wir begrüßen, dass die gemeinsamen Manöver mit Israel von der Türkei abgesagt worden sind", sagte der Außenminister Walid al-Muallim vor
syrischen Journalisten. Gleichzeitig betonte er, die militärische Kooperation zwischen Syrien und der Türkei sei auf einem guten Weg. Nach einem ersten gemeinsamen Militärmanöver planen sie jetzt für das kommende Frühjahr eine größer angelegte gemeinsame Übung. Während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu in der Stadt Aleppo erklärte Al-Muallim am Dienstag (13.10.2009), Syrien erfreut, dass das israelisch-türkische Manöver abgesagt worden sei, "denn Israel greift immer noch die Palästinenser und die Al-Aksa-Moschee an." Wohl um die Sorgen Israels wegen der neuen syrisch-türkischen Allianz zu zerstreuen, sagte der türkische Außenminister Davutoglu bei seinem Besuch in Aleppo: "Die strategische Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern ist eine Botschaft an die ganze Region, aber sie richtet sich gegen niemanden."

Autorin: Sarah Mersch (dpa/afp)
Redaktion: Diana Hodali

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