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Deutschland

Islamkonferenz will Dialog fortsetzen

Die Vertreter der Islamkonferenz haben eine positive Bilanz gezogen. Das Treffen soll nach Willen von Innenminister Schäuble auch nach der Bundestagswahl fortgesetzt werden. Das Ziel: Der bessere Dialog mit den Muslimen.

Frau mit Kopftuch (Foto: AP)

Integration von Muslimen in Deutschland ist auf einem guten Weg

Eine Fortsetzung des ernsthaften und strukturierten Dialogs sei ohne Zweifel notwendig, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am Donnerstag (25.06.2009) nach dem vorerst letzten Konferenzplenum in Berlin. Die Konferenz setze ein deutliches Zeichen, dass die Muslime in Deutschland angekommen seien, betonte Schäuble. Auch die beteiligten islamischen Verbände zogen eine positive Bilanz der Konferenz.

Muslime in Deutschland

Thema der vierten Sitzung seit Gründung der Konferenz im September 2006 waren vor allem die Ergebnisse der Studie "Muslimisches Leben in Deutschland". Dabei wurden erstmals die deutschen Muslime repräsentativ nach ihren Herkunftsländern und ihren Lebensgewohnheiten befragt.

Das Ergebnis: Es leben schätzungsweise vier Millionen Muslime aus 49 verschiedenen Staaten in Deutschland – und damit mehr als bisher angenommen wurde.

Die Konsequenz: Schäuble fordert mehr Anstrengungen für die Bewältigung von Problemen und Konflikten bei muslimischen Schülern. Dabei geht es unter anderem um das Tragen von Kopftüchern, die Teilnahme am Sport- und Sexualunterricht sowie an Klassenfahrten. Nach einer Studie im Auftrag der Konferenz bleiben sieben Prozent der muslimischen Schülerinnen dem Schwimmunterricht von Jungen und Mädchen fern. Zehn Prozent nehmen der Erhebung zufolge nicht an Klassenfahrten teil.

Aufgabe: Bildung

Muslimische Kinder in der Schule (Foto: dpa)

Herausforderung Schule

Als eine der größten Herausforderungen beim Thema Integration nannte Schäuble die Schulbildung. Bereits im März vergangenen Jahres hatten sich die Mitglieder der Konferenz darauf geeinigt, dass islamische Religion ordentliches Unterrichtsfach an deutschen Schulen werden soll.

Zur Diskussion steht überdies das grundsätzliche Verhältnis von Staat und Islam. Dabei geht es auch um die Stellung des Islam als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Es seien noch lange nicht alle Probleme gelöst", sagte Schäuble nach der Konferenz. "Aber Muslime und Deutsche sind sich emotional sehr viel näher gekommen. Das ist Voraussetzung für gelingende Integration." So könnten unterschiedliche Meinungen friedlich austragen werden. Die Arbeit der Konferenz habe dazu gedient, Vorurteile abzubauen, zog Schäuble Bilanz. "Das ist in unser aller Interesse."

Nicht nur positives Echo

Der FDP-Innenexperte Hartfrid Wolff kritisierte die Konferenz als "nur bedingt erfolgreich". Der gesellschaftliche Diskurs zwischen Staat und Islam sei durch das "bisherige Schaulaufen von Minister Schäuble und muslimischen Verbandsfunktionären" nicht wirklich in Gang gebracht worden. Wolff sprach sich aber dennoch für eine Fortsetzung der Islamkonferenz in der nächsten Legislaturperiode aus.

Der Grünen-Parteivorsitzende Cem Özdemir kritisierte, dass nach nunmehr drei Jahren des Dialogs keine konkreten Reformprojekte feststünden. Zudem fehle es offenbar an einer angemessenen und effektiven Abstimmung der Bundesregierung mit den Ländern, die für die Anerkennung von Religionsgemeinschaften und die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts verantwortlich seien, so Özdemir.

Die deutsche Islamkonferenz

Teilnehmer der Islamkonferenz (Foto: AP)

Die Islamkonferenz will die Integration fördern

Die DIK geht auf eine Initiative von Bundesinnenminister Schäuble zurück. Ziel ist die Verbesserung des Dialogs zwischen den Muslimen in Deutschland und dem Staat. Damit soll unter anderem die religions- und gesellschaftspolitische Integration der muslimischen Bevölkerung verbessert werden. Der Runde gehören jeweils 15 Vertreter der Muslime und des deutschen Staates an. Die erste Sitzung fand am 27. September 2006 in Berlin statt. Damals wurden drei Arbeitsgruppen zu folgenden Themen eingesetzt: "Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens", "Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis" und "Wirtschaft und Medien als Brücke". (HF/ako/dpa/ap/afp)

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