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Terrorismus

Islamistischer Anschlag in Frankreich vereitelt?

Kurz vor der Präsidentenwahl hat die Polizei womöglich Schlimmeres verhindert. Nahe einer Militärbasis in der Normandie nahm sie einen Ex-Soldaten fest. Der Franzose, ein Konvertit, legte ein Geständnis ab.

Der in der nordfranzösischen Stadt Evreux festgenommene 34-Jährige hat zugegeben, einen Anschlag im Namen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" geplant zu haben, wie aus Behördenkreisen verlautete. Der Mann habe sich gegenüber den Ermittlern "zusammenhangslos, aber nicht wirr" geäußert. Er sei psychisch sehr instabil. Er habe angegeben, wegen einer gescheiterten Ausreise nach Syrien habe er in Frankreich zuschlagen wollen. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Militärkleidung mit IS-Abzeichen

Der Ex-Soldat war in der Nacht zum Freitag nahe einem Armeestützpunkt gefasst worden. Die Sicherheitskräfte waren wegen eines verdächtigen Autos auf ihn aufmerksam geworden. Nach Polizeiangaben trug er Militärkleidung mit IS-Abzeichen anstelle der militärischen Tressen. In seinem Fahrzeug entdeckten Fahnder einen Koran, IS-Flaggen sowie einen USB-Stick, auf dem sich ein Bekenntnis zum IS befand. In einem Gebüsch in der Nähe wurden später eine Pumpgun, zwei Revolver und Munition gefunden.

Den Angaben zufolge war der Franzose 2013 nach zehn Jahren Dienst aus dem Heer ausgeschieden. Er konvertierte zum Islam und wurde seit 2014 wegen zunehmender Radikalisierung von den Behörden überwacht.

50.000 Polizisten und tausende Soldaten im Einsatz

In Frankreich gelten wegen der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl an diesem Sonntag scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Im Einsatz sind mehr als 50.000 Polizisten und tausende Soldaten.

Drei Tage vor der ersten Runde der Präsidentenwahl am 23. April hatte ein Angreifer auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées das Feuer auf einen Polizeibus eröffnet und einen Beamten erschossen. Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich.

se/qu (afp, dpa)

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