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Politik

Islamistenführer schickt Bekenner-Video

Der tschetschenische Rebellenchef Doku Umarow hat sich zu dem Selbstmordanschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo Ende Januar bekannt, bei dem 37 Menschen starben. In einem Video kündigte er weitere Anschläge an.

Doku Umarow hebt Zeigefinger, Videostandbild (Foto: ap)

So präsentierte Umarow sich auf dem Bekenner-Video

Der Website KavkazCenter.com wurde nach eigenen Angaben am späten Montagabend (07.02.2011) ein Video zugespielt, in dem Umarow sagte, er habe den Anschlag angeordnet. "Diese Spezialoperation geschah auf meinen Befehl", sagte Umarow in der Videobotschaft, die nach seinen Angaben am 24. Januar, dem Tag des Anschlags, aufgenommen wurde. Er habe im Namen Allahs gehandelt und mit dem Ziel, einen freien, islamistischen Staat im Nordkaukasus zu errichten. Der Anschlag sei eine Antwort auf die "Verbrechen Russlands im Kaukasus".

Zwei Videos in drei Tagen

Rettungswagen vor Flughafengebäude am Abend (Archivfoto: ap/dapd)

Der Anschlag am 24. Januar war einer der schwersten in Moskau in den vergangenen zehn Jahren

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am 24. Januar im Ankunftsbereich des Flughafens in die Luft gesprengt und 36 Menschen mit in den Tod gerissen, darunter ein Deutscher. Rund 180 Menschen wurden verletzt.

In der Aufnahme ist Umarow in Tarnjacke und mit schwarzer Mütze vor dunklem Hintergrund zu sehen. Schon in einer ersten Video-Botschaft, die am Sonntag auf derselben Internetseite veröffentlicht worden war, hatte Umarow gesagt, dass radikale Untergrundkämpfer aus dem Nordkaukasus "einen Bruder" zu einer "speziellen Operation" nach Moskau geschickt hätten. Dabei hatte er aber den Flughafen Domodedowo nicht ausdrücklich erwähnt.

Rebellen im Nordkaukausus

Sicherheitspersonal untersucht Passager (Archivfoto: dpa)

Die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen auf dem Flughafen gerieten in die Kritik

Umarow war schon direkt nach der Tat von den russischen Ermittlern als Verdächtiger genannt worden. Der selbst ernannte "Emir des kaukasischen Emirats" hatte sich bereits zu diversen Anschlägen bekannt, unter anderem auf die Moskauer U-Bahn Ende März 2010 und auf einen Schnellzug im November 2009. Die USA haben Umarow nach dem Blutbad von Moskau auf ihre Terroristenliste gesetzt. Umarow soll Verbindungen zu Al-Kaida haben.

Nach dem ersten Tschetschenien-Krieg (1994 bis 1996) wurde die dortige Rebellenbewegung zunehmend islamistisch und breitete sich in die anderen Kaukasusrepubliken aus. Inzwischen gibt es im gesamten Nordkaukasus eine aktive, bewaffnete Rebellenbewegung. Fast täglich werden dort Angriffe und Anschläge auf russische Sicherheitskräfte verübt.

Autor: Martin Schrader (afp, ap, dpa)
Redaktion: Rainer Esser

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