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Aktuell Afrika

Islamistenführer im Norden Malis festgenommen

Mohammed Mussa Ag Muhamed gilt als Nummer drei der Islamistengruppe Ansar Dine in Mali. Im Norden des Landes ist der hochrangige Islamistenführer jetzt festgesetzt worden. Die französische Luftwaffe flog neue Angriffe.

Bewaffnete malische Soldaten warten in einem Jeep (Foto: picture alliance)

Mali Truppen

Ein Vertreter der malischen Sicherheitskräfte sagte, der Mann sei derjenige, der in der Region "das Abschneiden von Händen angeordnet" habe. Islamistische Gruppen hatten im April 2012 den Norden Malis unter ihrer Kontrolle gebracht. Sie verhängten Strafen entsprechend der islamischen Scharia, darunter das Abschneiden von Händen bei Dieben.

Die Festnahme sei in der Nähe der Grenze zu Algerien erfolgt, hieß es. Mohammed Mussa sei nun in den Händen einer "bewaffneten Gruppe". Er werde in die Stadt Kidal gebracht. Die Stadt liegt rund 1.500 Kilometer nördlich von Bamako am Rande des Gebirgszugs Ifoghas. Ein Vertreter der Behörden in Kidal, Abdoulaye Touré, sagte, Mohammed Mussa sei der eigentliche "Ideologe von Ansar Dine in Timbuktu" gewesen.

Der französische Präsident Francois Hollande (2. v. links) und der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré in Bamako (Foto: Reuters)

Der französische Präsident Hollande und Malis Übergangspräsident Traoré in Bamako

Am Sonntag flog die französische Luftwaffe mit 30 Maschinen schwere Angriffe bei den Städten Kidal und Tessalit. Ziel waren Trainingslager der islamistischen Rebellen, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Paris mitteilte. Auch Benzindepots nahe der algerischen Grenze seien ein Ziel gewesen. Kidal war vor wenigen Tagen von der französischen Armee aus der Hand der Rebellen zurückerobert worden.

Hollande sagt Mali Unterstützung zu

Nur Stunden zuvor war der französische Präsident François Hollande aus Mali abgereist. Er hatte am Samstag die Wüstenstadt Timbuktu besucht, die malische und französische Soldaten eingenommen hatten. Dort wurde Hollande von Tausenden Menschen als Befreier gefeiert. Zudem besuchte er Kulturzentren, die die Rebellen vor ihrem Abzug zerstört hatten. Hollande warnte vor der Vorstellung, der Krieg sei bald vorbei. Der französische Einsatz werde noch einige Wochen dauern, dann sollten afrikanische Streitkräfte übernehmen. Frankreich hatte am 11. Januar in den Bürgerkrieg in Mali eingegriffen und hat zur Zeit 3500 Soldaten im Einsatz.

#video#Die Vereinten Nationen äußerten sich beunruhigt angesichts von Menschenrechtsverletzungen in Mali. Die Racheakte der malischen Armee an Tuareg und Arabern sollten als Kriegsverbrechen gewertet werden, sagte der UN-Sondergesandte zur Verhinderung von Völkermord, Adama Dieng. Er bezeichnete die Übergriffe als "weit verbreitet und systematisch".

Auch Hollande sprach das Thema an und warnte die Malier vor Übergriffen nach einem Erfolg gegen die Islamisten. Es gehe um "Gerechtigkeit, nicht um Rache". Der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré nannte das Verhalten seiner Armee "bis jetzt quasi beispielhaft". Mali werde Verstöße gegen Kriegs- oder Menschenrecht kompromisslos ahnden: "Keine Entgleisung, keine Repressalien, kein Missbrauch".

kle/se (afp, dpa, epd, rtr, apd)