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Politik

Islamisten richten Blutbad in Bombay an

In einer beispiellosen Anschlagsserie haben Terroristen in der westindischen Stadt Bombay mehr als 100 Menschen getötet, darunter einen Deutschen. Mehrere Hotelgäste sollen sich immer noch in ihrer Gewalt befinden.

Die Mutter Sharda Janardhan Chitikar (l.) verlor bei den Anschlägen ihre beiden Kinder (Foto: AP)

Die Mutter Sharda Janardhan Chitikar (l.) verlor bei den Anschlägen ihre beiden Kinder

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist davon auszugehen, dass weitere Deutsche unter den Opfern sind. Die Terrorwelle löste weltweit Abscheu und Entsetzen aus. Ein Polizeisprecher in Bombay sagte am Donnerstag (27.11.2008), bei den Angriffen auf den Bahnhof Bombays, einen zentralen Platz, zwei Hotels und mehrere Wohnungen seien 101 Menschen getötet und 301 weitere verletzt worden. Nach Polizeiangaben starben 81 indische Zivilisten, 14 Polizisten und sechs Ausländer. Medienberichten und offiziellen Angaben zufolge sind unter den Toten auch ein Japaner, ein Australier, ein Brite und ein Italiener. Die Polizei teilte weiter mit, fünf Terroristen seien erschossen worden. Das Auswärtige Amt in Berlin geht davon aus, dass sich mehrere Deutsche unter den Verletzten befinden. Bei dem getöteten Deutschen handelt es sich den Münchner Medienunternehmer Ralph Burkei, der bei dem Angriff auf das "Taj Mahal"-Hotel starb.

Lage ist immer noch unklar

Mutmaßliche Teroristen bei der Hotel-Erstürmung (Foto AP)

Mutmaßliche Teroristen bei der Hotel-Erstürmung

Auch am Tag nach Beginn der Anschläge haben die Sicherheitskräfte, darunter 800 Soldaten, die Lage in Bombay noch nicht unter Kontrolle. Das indische Fernsehen berichtete, in den Luxushotels Taj und Trident sei es abermals zu Explosionen gekommen. Im Trident-Hotel seien noch immer 30 bis 40 Menschen in der Gewalt der Terroristen. Über die Lage "Taj Mahal" gibt es widersprüchliche Angaben. Der Polizeichef Maharashtras, A.N. Roy, teilte mit, im Taj-Hotel, einem historischen Wahrzeichen der Stadt, seien keine Geiseln mehr in der Hand der Terroristen. Augenzeugen berichten jedoch, es seien dort immer noch Geiseln in der Gewalt von Terroristen. Nach Medienberichten haben Angreifer auch eine vierköpfige israelische Familie in einem nahe gelegenen Wohnhaus in ihre Gewalt gebracht.

Islamistische Gruppierung steckt hinter den Anschlägen

Leer Bahnhof (Foto: AP)

Menschenleer: Der Bahnhof nach dem Anschlag

Eine bislang unbekannte muslimische Gruppe namens "Deccan Mudschaheddin" bekannte sich zu den Angriffen. Sie forderten zugleich die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus indischen Gefängnissen. Zu mehreren Anschlägen unter anderem in der Hauptstadt Neu Delhi hatte sich in den vergangenen Monaten eine Gruppe namens Indische Mudschaheddin bekannt. Unklar ist, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Gruppen gibt.

Die Terroristen waren am Mittwochabend mit Booten nach Bombay gekommen. Sie griffen dort mindestens zehn Ziele mit Schnellfeuergewehren und Handgranaten an, darunter die beiden Luxushotels, den wichtigsten Bahnhof der Stadt, ein Café, ein Kino und ein Krankenhaus.

Indische Regierung kündigt harte Reaktion an

Verletzter Mann (Foto AP)

Rettungskräfte versorgen Verletzte

Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh hat eine konsequente Reaktion auf die Anschläge von Bombay angekündigt. Zur Terrorabwehr werde der Staat zu den härtest möglichen Mitteln greifen, sagte Singh am Donnerstag in einer Ansprache an die Nation. Die Anschläge seien sorgfältig geplant und darauf angelegt gewesen, in der Bevölkerung Panik auszulösen. Möglicherweise hätten die Attentäter Verbindungen ins Ausland gehabt. Weltweit wurden die Anschläge verurteilt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Singh in einem Telefonat ihr Mitgefühl aus und übersandte ihm ein Kondolenzschreiben. (mm)

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