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Aktuell Welt

Islamisten mit Guerilla-Taktik

Im Norden Malis gehen die islamistischen Kämpfer offenbar zu Guerilla-Aktionen über. In der Stadt Gao griffen Selbstmordattentäter die Regierungstruppen an.

Französische Soldaten in der Nähe von Gao (Foto: AFP/Getty Images)

Mali Soldaten

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Kontrollposten der malischen Regierungstruppen in Gao wurde ein Soldat verletzt, wie ein Offizier mitteilte. Gleichzeitig kam es im Zentrum der nordmalischen Stadt zu heftigen Schusswechseln zwischen Soldaten und islamistischen Kämpfern, die der dschihadistischen Mujao-Bewegung zugerechnet werden. Bereits am Freitag hatte es in Gao ein Selbstmordattentat gegeben. Auch dabei war ein Regierungssoldat verletzt worden.

Labile Sicherheitslage

Die französischen Truppen (Artikelbild: eine Patrouille bei Gao) hatten mit Unterstützung der malischen Armee Gao bei ihrer Offensive gegen die Islamisten am 26. Januar eingenommen. Die jetzigen Aktionen der Rebellen in der größten Stadt im Norden des westafrikanischen Landes verdeutlichen, wie labil die Sicherheitslage weiterhin ist. Offenbar ist es extremistischen Kämpfern gelungen, wieder in die Stadt einzusickern. Die malische Armee gilt als schwach und ist nicht in der Lage, zurückeroberte Gebiete zu kontrollieren. Die Entsendung einer afrikanischen Verstärkungstruppe kommt nur schleppend in Gang. Französische und malische Offiziere erklärten nach Agenturberichten, es sei zu befürchten, dass die in die Wüste ausgewichenen Islamisten verstärkt Guerilla-Taktiken anwendeten.

Die auf mehrere tausend Mann geschätzten Rebellen, unter denen sich auch viele Islamisten aus dem Ausland befinden sollen, haben sich Medienberichten zufolge in unwegsames Gebirgsgelände im Adrar des Ifoghas in der Sahara zurückgezogen, um sich neu zu gruppieren. Wie die US-Zeitung "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Militärangaben berichtete, erinnere die Situation an den Militäreinsatz in Afghanistan, wo sich der harte Kern der Taliban und des mit ihnen verbündeten Al-Kaida-Terrornetzwerks unter dem Druck vorrückender internationaler Truppen in die Gebirgsfestung Tora Bora zurückgezogen hatte.

Von französischen Kampfflugzeugen zerstörtes Gebäude im Norden Malis (Foto:AFP/Getty Images)

Von französischen Kampfflugzeugen zerstörtes Gebäude im Norden Malis

Frankreich hatte auf Bitten Malis am 11. Januar militärisch interveniert, um den Vorstoß der Islamisten aus dem Norden in Richtung Süden zu stoppen. Nach den Worten von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere ist ein Ende des internationalen Militäreinsatzes nicht absehbar.

Einsatz von unbestimmter Dauer

 "Niemand kann heute sagen, ob der Einsatz in Mali ein, zwei oder drei Jahre dauern wird und welche Anforderungen die Lage in zwei Jahren stellt", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag" aus Berlin. "Wir wollen, dass das ganze Land auf Dauer unter malischer Führung gehalten werden kann. Dazu braucht es auch eine Stärkung der eigenen Sicherheitskräfte. Wir helfen dabei, diese Kräfte jetzt auszubilden." Das sei anders als in Afghanistan, wo mit der Stärkung der heimischen Sicherheitskräfte erst spät begonnen worden sei.

De Maiziere bekräftigte die Haltung der Bundesregierung, wonach ein Kampfeinsatz deutscher Soldaten in Mali nicht vorgesehen sei. Deutschland beteiligt sich mit Transportflugzeugen und hat zudem weitere Unterstützung mit Tankflugzeugen, Sanitätssoldaten sowie Pionieren zur Ausbildung der malischen Armee zugesagt.

wl/pg (dpa, afp, rtr, ap)