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Aktuell Asien

Islamisten heben Grab für deutsche Geisel aus

Kurz vor Ablauf eines Ultimatums hat die Terrorgruppe Abu Sayyaf ihre Morddrohung gegen eine von zwei deutschen Geiseln auf den Philippinen bekräftigt. Der Arzt sagte, er werde bereits in einem Erdloch gefangen gehalten.

Sollte bis Freitag 15.00 Uhr Ortszeit nicht das Lösegeld von 250 Millionen Pesos (4,43 Millionen Euro) eingegangen sein, werde eine der beiden Geiseln enthauptet, teilte die Terrorgruppe Abu Sayyaf mit. Zudem müsse Deutschland die Unterstützung für den Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) in Syrien und im Irak beenden.

Außenminister soll verhandeln

Ein Sprecher der Abu Sayyaf, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahesteht, rief den philippinischen Außenminister Albert del Rosario dazu auf, sich in die Verhandlungen über eine Freilassung der beiden deutschen Geiseln einzuschalten.

Soldaten mit angeleinten Hunden steigen in ein Transportflugzeug (Foto: Reuters)

Philippinische Soldaten sind seit voriger Woche mit Hunden im Einsatz, um Abu Sayyaf-Terroristen aufzuspüren

Die beiden Deutschen, ein 74-jähriger Arzt und eine Frau Mitte 50, waren im April von ihrer Jacht zwischen der Insel Borneo und den Philippinen verschleppt worden. Sie werden auf der Insel Jolo im Süden des Landes gefangen gehalten, einem Sammelbecken militanter Islamisten in dem überwiegend katholischen Land.

Krisenstab in Berlin

Im Auftrag der Regierung in Manila sind Soldaten in der Region im Einsatz, die mit Spürhunden nach den Verschleppten suchen. Das Auswärtige Amt in Berlin hat einen Krisenstab eingerichtet.

Dem Rundfunksender DXRZ in der Stadt Zamboanga berichtete der Arzt, seine Entführer hätten bereits ein Grab für ihn ausgehoben, sollte kein Lösegeld gezahlt werden. Die Extremisten hätten ihn in ein drei Meter tiefes Loch im Dschungel der Insel Jolo gestoßen und ihm gesagt, dass dies sein Grab werde.

Am Montag sei er von seiner Gefährtin getrennt worden. Zehn Bewaffnete würden ihn rund um die Uhr bewachen. Wegen der schlechten Ernährung habe er Gewicht verloren. Die Terroristen lassen Rundfunkinterviews mit ihren Geiseln zu, die auf den Philippinen ausgestrahlt werden.

uh/se (dpa,rtr)