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Afrika

Islamisten gewinnen Wahl in Marokko

Aus der Parlamentswahl in Marokko gehen die gemäßigten Islamisten als Sieger hervor. Laut Verfassung stellen sie den künftigen Ministerpräsidenten des Landes. Eine absolute Mehrheit im Parlament haben sie aber nicht.

Abdelilah Benkirane von PJD (Foto: dpa)

Abdelilah Benkirane von PJD

In Marokko ist der Wahlsieg der Islamisten offiziell. Ihre Partei, die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), kommt laut dem am Sonntagabend (27.11.2011) vorgelegten Endergebnis auf 107 der insgesamt 395 Sitze im Parlament. Es ist der zweite Wahlsieg einer islamischen Partei seit dem Beginn der Arabischen Revolutionen in Nordafrika.

Die Istiqlal-Partei von Ministerpräsident Abbas al-Fassi wurde mit 60 Mandaten zweitstärkste Kraft. Die konservativ-nationalistische Partei gehört zum "Demokratischen Block". Diesem gehören noch die Post-Kommunisten und Mitte-links-Union an. Die PJD will nun eine Koalition mit dem Parteienbündnis bilden. Der marokkanischen Verfassung zufolge muss sie nach dem Wahlsieg mit der Regierungsbildung beauftragt werden und stellt den Ministerpräsidenten.

Umstrittener König

Mohammed VI. (Foto: Azzouz Boukallouch, Royal Palace/AP/dapd)

Mohammed VI. will an der Macht bleiben

Die Parlamentswahl galt als Test für den Reformwillen von König Mohammed VI. Dieser will an der Macht bleiben, indem er Protesten durch Reformen den Wind aus den Segeln nimmt. Auch in Marokko gibt es ein großes Protest-Potenzial: Die Jugendarbeitslosigkeit in dem nordafrikanischen Land liegt bei 31 Prozent. Zudem lebt ein Viertel der 33 Millionen Marokkaner in Armut.

Die als gemäßigt-islamisch geltende PJD hat vor der Wahl mehr Demokratie, weniger soziale Ungerechtigkeit und den Kampf gegen Korruption versprochen. Strengere Moralvorschriften will die Partei nach eigenen Angaben nicht einführen. Aber das islamische Finanzwesen soll gefördert werden.

Priorität Westsahara

"Der Sieg der PJD ist ein historischer Schritt zur Demokratie", sagte ihr Vorsitzender Abdelilah Benkirane. "Ich sichere eine starke Regierung zu, die den Marokkanern Hoffnung macht." Seine Regierung werde sich als erstes darum kümmern, den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt um die ehemalige spanische Kolonie Westsahara zu lösen.

Bei der Parlamentswahl am Freitag beteiligten sich nach offiziellen Angaben 45 Prozent der Wahlberechtigten, etwas mehr als bei der Wahl 2007.

Autor: Dirk Eckert (dapd, dpa, rtr)

Redaktion: Walter Lausch

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