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Aktuell Nahost

Islamisten entführen Hunderte Kurden

Rund 300 Kurden sollen im Nordwesten Syriens von der Al Kaida nahen Al-Nusra-Front entführt worden sein. Das berichten die syrisch-kurdische Partei PYD und Augenzeugen.

Vertreter der örtlichen Behörden und ein Sprecher der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) sagten, die Männer seien an einem Kontrollpunkt westlich von Aleppo verschleppt worden. Die Zivilisten seien in mehreren Bussen von Afrin in der Provinz Idlib in die nahegelegene Stadt Aleppo unterwegs gewesen, wo sie ihre Gehälter ausgezahlt bekommen sollten. Ein Journalist aus Afrin sagte, an dem Kontrollpunkt rund 20 Kilometer vor der Stadt hätten die Islamisten die Frauen und Kinder zurückgelassen, rund 300 Männer und Jugendliche aber in ihre Gewalt gebracht.

Wer dahinter steckte, war zunächst unklar. Die PYD beschuldigte die Al-Nusra-Front, den syrischen Ableger des Terrornetzwerkes Al Kaida der Tat. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte hingegen, es sei unklar, welche Gruppe für die Entführung verantwortlich sei. Die Kurden wurden allerdings in der Provinz Idlib, einer Hochburg der Al-Nusra-Front, gekidnappt. Al-Nusra-Milizionäre kämpfen im Bürgerkriegsland Syrien seit Jahren gegen die Führung von Präsident Baschar al-Assad. Zudem kämpfen die Al-Nusra-Front und kurdische Gruppen um Gebiete, die sie beide beanspruchen.

In Syrien werden immer wieder Unbeteiligte als Geiseln genommen. Erst Ende Februar hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Nordosten nach Angaben von Aktivisten mindestens 220 assyrische Christen verschleppt. In den Wochen davor waren vom IS mehr als 160 kurdische Zivilisten unter dem Verdacht als Geiseln genommen worden, sie würden der PYD angehören. Deren bewaffneter Arm, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), hatte die syrisch-türkische Grenzstadt Kobane in monatelangen Kämpfen gegen IS-Angreifer verteidigt.

Aktivisten: Islamisten lassen 25 Frauen und Kinder frei

Im Austausch gegen einen Kommandeur haben islamistische Kämpfer am Sonntag offenbar 15 Frauen und zehn Kinder freigelassen. Die kurdische YPG-Miliz soll den Deal vermittelt haben. Die Gruppe sei im Austausch für einen Rebellenkommandeur in die Freiheit entlassen worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mehr als ein Jahr lang waren die Zivilisten zuvor in der Hand islamistischer Kämpfer. Die Angaben der Beobachtungsstelle konnten bislang nicht überprüft werden, gelten aber in der Regel als verlässlich.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor vier Jahren wurden laut Schätzungen mehr als 215.000 Menschen getötet, Millionen weitere sind im In- und Ausland auf der Flucht.

qu/sti (afpd+e, rtre)