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Aktuell Nahost

Islamisten entführen Christen in Syrien

Islamistische Milizen haben Christen aus einem Dorf im Norden Syriens verschleppt. Unter ihnen sind ein Franziskaner-Pater und Mitarbeiter des Ordens. Einige Schwestern des Ordens konnten sich retten.

Es war Nacht, als die Islamisten die rund 20 Männer der Franziskaner-Organisation Hanna Jallouf aus der Ortschaft Kunaja (arabisch: Qunaya) verschleppten. Dies berichtet der Franziskanerorden in Jerusalem, der für die christlichen Stätten im Heiligen Land zuständig ist.

Bei den Entführern soll es sich um Kämpfer mit Verbindung zur radikal-islamischen Al-Nusra-Front handeln, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, der im Bürgerkrieg gegen Staatschef Baschar al-Assad kämpft.

Derzeit bestehe keinerlei Kontakt zu den Geiselnehmern oder den Verschleppten, ihr Aufenthaltsort sei unbekannt, teilte der katholische Orden mit. Schwestern des Franziskaner-Ordens in Kunaja hätten rechtzeitig in verschiedenen Häusern des Ortes Zuflucht gefunden, hieß es.

Seit 2013 in Rebellenhand

Kunaja ist ein überwiegend von Christen bewohntes Dorf mit mehreren hundert Einwohnern in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens.

Ein Panzer der Freien syrischen Armee mit al-Nusra-Flagge in der syrischen Provinz Idlib (Foto: rtr)

Befreier oder Feind? Ein Panzer der "Freien Syrischen Armee" mit al-Nusra-Flagge in der syrischen Provinz Idlib

Die Ortschaft liegt nur etwa acht Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Im Januar 2013 wurden Kunja und benachbarte Dörfer von Rebellen eingenommen. Der Franziskanerorden ist seit fast 140 Jahren in der Ortschaft tätig. Neben einem Kloster errichteten die Mönche und Schwestern unter anderem ein Krankenhaus und die erste arabische Schule in Nordwestsyrien.

cw/se (afp, kna, dpa)