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Aktuell Afrika

Islamisten bringen Kinder ans Gewehr

Internationale Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Im Norden Malis werden Kindern Kalaschnikows und andere Schusswaffen in die Hand gedrückt, damit sie die Islamisten in ihrem Kampf unterstützen.

Im blutigen Machtkampf um die Vorherrschaft im Norden des westafrikanischen Landes gibt es kein Tabu. So verschleppen Islamisten Kinder aus Mali, aber auch aus dem Senegal, dem Niger und der Elfenbeinküste, um sie für ihren bewaffneten Kampf einzusetzen. Hilfsorganisationen wie Human Rights Watch und COMAD, ein Zusammenschluss aus 78 malischen und internationalen Organisationen, beklagen, dass Minderjährige im Alter zwischen neun und 17 Jahren von den Islamisten gezwungen werden, für sie mit der Waffe zu kämpfen, Minen zu entschärfen und Gebiete auszukundschaften. Mädchen und Frauen werden zudem vergewaltigt und als Arbeitskräfte missbraucht.

Gemeinschaft zum Handeln aufgefordert

Die Organisationen sprechen von einer dramatischen Lage. Sie riefen die Internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf. Die für Kinderrechte zuständige Expertin von Human Rights Watch, Juliane Kippenberg, forderte in Berlin die westlichen Regierungen auf, sich bei der Übergangsführung im Süden Malis für Aufklärung einzusetzen. Diejenigen, die Kindersoldaten rekrutierten oder auf andere Weise die Menschenrechte von Frauen und Kindern verletzten, müssten vor Gericht gestellt werden.

Somalischer Kindersoldat mit Gewehr (foto:dpa)

Afrikanische Realität: Statt Spielzeug schwere Waffen in Kinderhand

Nach dem Putsch Ende März in Mali nutzten mehrere Rebellengruppen des Tuareg-Volkes und islamistische Gruppen mit Verbindungen zur Terror-Organisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb das Machtvakuum, um den Norden Malis unter ihre Kontrolle zu bringen. Im April erklärten sie das Gebiet für unabhängig. Seitdem gibt es Machtkämpfe zwischen säkularen Aufständischen und den Islamisten, die das islamische Recht der Scharia einführen wollen.

Etwa 270.000 Menschen sind vor den Kämpfen bisher in Nachbarländer geflohen. Die Zahl der im Land Vertriebenen wird auf 175.000 geschätzt.

se/SC (dpd, dpa)