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Afrika

Islamisten bekennen sich zu Anschlag in Abuja

Zu dem blutigen Anschlag auf den UN-Sitz in der nigerianischen Hauptstadt Abuja hat sich die radikalislamische Sekte Boko Haram bekannt. Mindestens 23 Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.

Polizist vor dem zerstörten UN-Gebäude (Foto: dapd)

Anschlag auf UN-Gebäude in Nigeria - "Angriff auf die Welt"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte: "Wir haben zwar noch keine genauen Opferzahlen, doch sie dürften hoch sein." Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Anschlag vom Freitag (26.08.2011) aufs Schärfste. Der Präsident der UN-Vollversammlung, Joseph Deiss, sagte, es sei "ein großer Verlust für die UN-Familie". Der Anschlag war einer der folgenschwersten auf die Vereinten Nationen seit zehn Jahren.

Zu dem Anschlag bekannte sich die radikalislamische Sekte Boko Haram. "Durch die Weisheit Allahs haben wir den Angriff mit absoluter Präzision durchgeführt", sagte der Mann, der sich als Sprecher der Sekte ausgab, am Freitagabend in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Er sagte weiter, die Gruppe habe mehrmals die Vereinten Nationen zu einem ihrer Hauptziele erklärt und drohte mit weiteren Anschlägen. Ob der Mann tatsächlich im Namen der Sekte sprach, war zunächst unklar.

Attentäter konnte alle Sicherheitsvorkehrungen überwinden

Sicherheitspersonal am Anschlagsort (Foto: dapd)

Trotz hoher Sicherheits-Vorkehrungen kam der Attentäter bis an das UN-Gebäude heran

Nach Angaben von Polizeichef Mike Zuokumor und eines UN-Sprechers hatte ein Selbstmordattentäter am Freitagvormittag alle Sicherheitssperren sowie zwei bewachte Tore zu der im Diplomatenviertel unweit der US-Botschaft gelegenen UN-Zentrale überwunden. Dann rammte er sein mit Sprengstoff präpariertes Auto in das Gebäude.

Wie es dem Attentäter gelang, alle Sicherheitsvorkehrungen zu überwinden, war zunächst unklar. UN-Sprecher Farhan Haq kündigte Ermittlungen dazu an. Das UN-Hauptquartier, in dem insgesamt 26 UN-Behörden wie etwa die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) untergebracht sind, wird stark bewacht - Fahrzeuge, die nicht zu den UN gehören, werden normalerweise nicht einmal bis zum Eingangstor vorgelassen.

"Kein Angriff auf Nigeria, sondern auf die Welt"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) wird am 13.07.2011 bei ihrer Ankunft in Abuja von Nigerias Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Viola Onwuliri, empfangen (Foto: dapd)

Nigerias Außenministerin Viola Onwuliri (l.), hier mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, im Juli in Abuja

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den Anschlag einen "Angriff auf diejenigen, die ihr Leben der Hilfe für andere gewidmet haben." US-Präsident Barack Obama sprach ebenso wie der französische Präsident Nicolas Sarkozy von einer "feigen und schrecklichen Tat". Die EU verurteilte die "unsinnige Gewalt gegen die UN und ihr Personal", Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, ein Anschlag auf die Vereinten Nationen sei "auch immer ein Anschlag auf die internationale Staatengemeinschaft". Nigerias Außenministerin Viola Onwuliri sagte dem britischen Sender BBC: "Das ist kein Angriff auf Nigeria, sondern ein Angriff auf die Welt."

Das mit 150 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Afrikas war in den vergangenen Monaten von einer Serie von Bombenanschlägen erschüttert worden, die der Sekte zugeschrieben wurden. Boko Haram, was übersetzt "westliche Erziehung ist Sünde" bedeutet, strebt die Errichtung eines islamischen Staates im Norden Nigerias an. Dort leben überwiegend Muslime, während der Süden des Landes von Christen dominiert wird.

Autorin: Julia Elvers-Guyot (dapd, afp, dpa)
Redaktion: Stephan Stickelmann

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