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Aktuell Afrika

Islamisten überfallen Stadt in Nigeria

Bei koordinierten Angriffen schwer bewaffneter Boko Haram-Kämpfer sind im Nordosten des Landes mindestens 55 Menschen getötet worden. Die Islamisten stürmten die abgelegene Stadt Bama und steckten Gebäude in Brand.

Unter den Todesopfern sind 22 Polizisten, 14 Gefängniswärter, zwei Polizisten und vier Zivilisten. Nach Angaben des nigerianischen Militärsprechers Musa Sagir trafen etwa 200 Terroristen der Sekte Boko Haram mit Bussen und anderen Fahrzeugen in Bama ein, wo sie dann gezielt Militärkasernen und Polizeistationen angriffen und in Brand setzten. Einige der Angreifer trugen Armee-Uniformen. Augenzeugen berichteten, plötzlich seien aus allen Richtungen Schüsse gefallen. "Wir sind um unser Leben gerannt."

Gefangene befreit

Die Islamisten stürmten zudem ein Gefängnis und befreiten 105 Häftlinge. Die meisten Wärter töteten sie. Nur wenigen Gefängnisaufsehern sei es gelungen, sich zu verstecken, berichtete Sagir weiter. Nach seinen Worten wurden bei den Kämpfen zehn Angreifer getötet und zwei weitere festgenommen.

Bama wurde schon mehrfach von Mitgliedern der islamistischen Sekte Boko Haram überfallen. Die Stadt liegt im Staat Borno, einer Hochburg der Islamisten. Die Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Gottesstaat.

Westliche Regierungen beobachten zunehmend mit Sorge, wie sich die militanten Kämpfer Nigerias verstärkt mit anderen islamistischen Gruppen im Westen Afrikas verbünden.

Seit 2009 haben Boko Haram-Terroristen zahlreiche Anschläge auf Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter und christliche Kirchen verübt. Dabei wurden laut offiziellen Angaben rund 3000 Menschen getötet. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch geht sogar von mindestens 3600 Todesopfern aus, die teils auch auf das Konto der Sicherheitskräfte gingen.

se/GD (rtre, afpe, ape)