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Islamismus

Islamist schlich sich beim Verfassungsschutz ein

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat einen Islamisten in den eigenen Reihen enttarnt. Der Mann soll einen Anschlag gegen die Behörde geplant haben. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

Dem Deutschen werde vorgeworfen, sich im Internet unter falschem Namen islamistisch geäußert, Amtsinterna preisgegeben und sensible Informationen angeboten zu haben, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) der Nachrichtenagentur Reuters. Er bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und der "Welt". Gegen den 51-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen.

Anschlag gegen BfV geplant

Die "Welt" schreibt unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Mann habe vorgehabt, einen Bombenanschlag in der Zentrale des BfV in Köln zu verüben. Er habe sich in einer Vernehmung zu diesem Plan bekannt. Es sei "im Sinne Allahs", einen solchen Anschlag zu verüben. Offenbar habe der Beschuldigte aber noch nicht mit konkreten Anschlagsvorbereitungen begonnen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf relativierte mittlerweile Berichte über einen möglicherweise geplanten Bombenanschlag. Die Ermittlungen hätten bisher keine Hinweise ergeben, dass eine Gefahr bestanden habe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. 

Laut "Spiegel" legte er ein Teilgeständnis ab. Die Behörden seien ihm vor rund vier Wochen auf die Spur gekommen. Der Mann sei erst vor Kurzem eingestellt worden, um für den Inlandsgeheimdienst die islamistische Szene in Deutschland zu observieren. Dabei habe er sich nach Auskunft der Behörde im Bewerbungsverfahren, während der Ausbildung und in seinem Einsatzbereich unauffällig benommen. Zugleich habe er aber offenbar akribisch Dienstgeheimnisse zusammengetragen, in seinem Besitz hätten die Ermittler Speichermedien mit entsprechenden Informationen gefunden. 

Doppelleben

Der Mann führte nach Informationen der "Welt" eine Art Doppelleben. So habe er sich mit mehreren Muslimen oder mit Personen, die sich als Muslime ausgaben, in einem Internet-Chat über ein mögliches Attentat auf das Kölner Hauptquartier des BfV unterhalten. Doch mindestens eine der von ihm angesprochenen Personen arbeitete wiederum selber als V-Mann für das BfV. Aufgrund der Meldung dieses V-Mannes seien die Ermittlungen gegen den Verdächtigen aufgenommen worden.

cr/qu (spiegel, welt, rtr, dpa)