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Aktuell Nahost

Islamische Staaten strafen Syrien ab

Das Regime in Damaskus gerät immer weiter in die Isolation. Jetzt hat die Organisation für Islamische Zusammenarbeit die Mitgliedschaft des Landes wie erwartet ausgesetzt.

Mitglieder der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (Foto: rtr)

Gipfel Organisation für Islamische Zusammenarbeit Mekka

Der Schritt hat überwiegend symbolischen Charakter und zeigt dennoch, dass Syriens Machthaber Baschar al-Assad den Rückhalt in der islamischen Welt zunehmend verliert. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) begründete den Ausschluss Syriens damit, dass Assad unvermindert an der Gewalt gegen die Aufständischen festhalte. Das Blutvergießen müsse unverzüglich aufhören, forderten die OIC-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Sondergipfel im saudi-arabischen Mekka. Dazu eingeladen hatte König Abdallah, der wie Katar, Jordanien und die Türkei auf der Seite der syrischen Aufständischen steht.

Hitzige Diskussionen

"Die Konferenz beschließt, die Mitgliedschaft der Syrischen Arabischen Republik in der OIC und all ihrer untergeordneten Organe und angegliederten Institutionen auszusetzen", hieß es in der am Donnerstagmorgen veröffentlichten Abschlusserklärung. Zuvor hatte es "hitzige Debatten hinter verschlossenen Türen" gegeben, wie ein arabischer Diplomat sagte. Neben dem Iran habe auch Algerien einen Ausschluss Syriens strikt abgelehnt.

Video ansehen 01:54

Bombenexplosion im Regierungssviertel

Andere Länder wie Pakistan oder Kasachstan hätten verlangt, dass der bewaffneten Opposition eine Mitschuld an dem blutigen Konflikt zugewiesen werden müsse. Die Arabische Liga und die meisten der 57 OIC-Mitglieder hatten schon im vergangenen November mit dem Assad-Regime gebrochen.

Mehr als zwei Millionen Syrer in Not

Nach Einschätzung von UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sind in Syrien wegen des Bürgerkriegs inzwischen womöglich rund 2,5 Millionen Menschen in Not. Ende März seien nach Schätzungen der Vereinten Nationen etwa eine Million Menschen auf Hilfe angewiesen gewesen. Nun müsse man die Zahl deutlich höher ansetzen, sagte Amos zum Abschluss ihrer Gespräche in Syriens Hauptstadt Damaskus dem britischen Rundfunksender BBC.

Die UN-Nothilfekoordinatorin war in den vergangenen Tagen mit Vertretern der syrischen Führung und Hilfsorganisationen zusammengekommen. Sie suchte auch diverse Schulgebäude auf, in denen zahlreiche Flüchtlinge untergebracht sind.

se/det (afp, dpa, dapd, rtr)

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