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Aktuell Nahost

ISIS verkauft Rohöl aus eroberten Ölfeldern

Die Terrormiliz ISIS herrscht über immer mehr irakische und syrische Gebiete. Auch wichtige Ölfelder konnten die Rebellen einnehmen. Mittlerweile hat die Gruppe offenbar mit dem Verkauf von Rohöl begonnen.

Das Rohöl stammt aus dem Ölfeld Adschil südwestlich von Kirkuk im Nordirak. Die Rebellen der Terrormiliz ISIS hätten rund 100 Tanks mit dem Rohstoff verladen, sagte der Polizeichef des irakischen Bezirks Tuz Khurmatu, Schalal Abdul. Das Öl werde über die kurdischen Autonomiegebiete in eine örtliche Raffinierie oder an die iranische Grenze transportiert.

ISIS beherrscht in der Region inzwischen mehrere Ölfelder. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die in London ansässig ist, brachte die Terrorgruppe am Donnerstag auch das größte Ölfeld Syriens, Al-Omar, unter ihre Kontrolle. Mittlerweile beherrscht die Miliz weite Gebiete im Osten Syriens und im Norden und Westen des Iraks (siehe Karte).

Wenige Tage nach Ausrufung ihres Kalifats kontrollieren die radikal-islamischen Kämpfer damit ein Gebiet, das in einem Bogen von Aleppo im Nordwesten Syriens bis vor die irakische Hauptstadt Bagdad reicht. Damit untersteht den sunnitischen Islamisten allein in Syrien ein Gebiet, das fünf Mal so groß ist, wie der Nachbarstaat Libanon.

Saudi-Arabien macht mobil

Das saudi-arabische Königshaus will offenbar verhindern, dass ISIS-Kämpfer über die gemeinsame Grenze mit dem Irak ins Land geraten. So meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA, König Abdullah habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um das Land vor "terroristischen Bedrohungen" zu schützen.

Nach Berichten des Nachrichtenkanals "Al-Arabija" soll Saudi-Arabien rund 30.000 Soldaten an die Grenze zum Irak verlegt haben. Dem Bericht zufolge hatte zuvor der Irak 2500 Militärangehörige von der von der Grenze zu Saudi-Arabien und Syrien ins Landesinnere abgezogen.

Karte über das Einfluss-Gebiet der ISIS in Syrien und dem Irak (Quelle: DW)

Gelb schraffiert: das Einfluss-Gebiet der ISIS in Syrien und im Irak (Quelle: DW)

Das irakische Militär wies den Bericht jedoch zurück. Entsprechende Meldungen seien eine Lüge, sagte ein Sprecher. Der Irak grenzt im Westen auf einer Länge von rund 600 Kilometern an Syrien und im Süden über rund 800 Kilometer an Saudi-Arabien.

Kurden wollen eine Abspaltung vom Irak

Der Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki scheint die Lage immer mehr aus den Händen zu gleiten. Der Irak droht zu zerfallen. Die Bevölkerung ist gespalten zwischen Schiiten und Sunniten, letztere fühlen sich von der Regierung al-Malikis benachteiligt. Und mitten im politischen Chaos treiben die irakischen Kurden ihre Pläne für eine Abspaltung voran.

Ihr Präsident Massud Barsani rief das Parlament auf, eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der kurdischen Autonomieregion im Nordirak festzulegen. Das Referendum soll offenbar auch in der ölreichen Region um die Stadt Kirkuk abgehalten werden. Kurdische Kämpfer hatten die Schwäche der irakischen Armee nach dem Isis-Vormarsch genutzt und Kirkuk im vergangenen Monat besetzt.


cw/gmf (dpa, rtr, afp)