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Aktuell Nahost

ISIS nimmt Stützpunkt der syrischen Armee in Rakka ein

Es ist das erste größere Gefecht zwischen den Truppen des syrischen Machthabers al-Assad und ISIS. Die Islamisten richteten bei den Kämpfen um einen Armeestützpunkt ein Blutbad an - über 50 Soldaten wurden hingerichtet.

Bei den Kämpfen in der Provinz Rakka zwischen der syrischen Armee und der sunnitischen Terrororganisation "Islamischer Staat im Irak und Syrien" (ISIS) sind 85 Soldaten getötet worden. Die Beobachtungsgruppe für Menschenrechte erklärte, dass die Zahl noch steigen könnte, zumal das Schicksal von 200 Militärs noch geklärt werden müsste. Es wurden zudem 28 militante Islamisten getötet. Auch das syrische staatliche Fernsehen berichtete von einer Offensive gegen "Terroristen" in der nördlichen Provinz Rakka, bestätigte aber nicht die Todeszahl. ISIS, die sich auch Organisation Islamischer Staat nennt, hatte zuvor mitgeteilt, dass sie den Armeestützpunkt in Rakka eingenommen hatte.

Die Gefechte um die Militärbasis dauerten zwei Tage. Nach Angaben der Beobachtungsstelle hatten die ISIS-Extremisten den Stützpunkt überfallen und dort einen Selbstmordanschlag verübt. Bei den Kämpfen wurden 50 Soldaten hingerichtet und enthauptet. Die Leichen wurden daraufhin von den Dschihadisten auf den Straßen Rakkas verteilt. Nun haben die Regierungstruppen die Luftangriffe über die Region verstärkt. Eine Bombe schlug in der Nähe eines Krankenhauses ein, fünf Menschen kamen ums Leben, unter ihnen ein Kind.

Rakka ist eine Hochburg der ISIS. Die Terrororganisation kontrolliert weite Teile im Norden Iraks und Syriens und hat dort ein Kalifat ausgerufen. Die jetzigen Kämpfe konstitutieren nach Angaben der Beobachtungsgruppe für Menschenrechte den ersten großen Schlagabtausch mit den Regierungstruppen. Bisher hatte sich ISIS nur mit rivalisierenden Rebellengruppen Gefechte geliefert. Seitdem die sunnitische Terrororganisation ihre Position gefestigt hat, greift sie nun vermehrt auch Regierungstruppen an. So auch in Aleppo: In der Nacht zum Samstag gerieten Armeesoldaten in einem Hinterhalt von ISIS Kämpfern. Mindestens 30 Soldaten und regimetreue Milizionäre wurden getötet.

zam/re (afp, dpa)