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Welt

ISAF verkündet Erfolge bei Großoffensive

Die Internationale Schutztruppe ISAF hat zusammen mit afghanischen Truppen im Osten Afghanistans bis zu 200 Aufständische gefangen genommen oder getötet. Ein Ziel der Militäraktion war das islamistische Hakkani-Netzwerk.

NATO-Helicopter in Afghanistan (Foto: AP)

Die internationale Afghanistan-Truppe konzentriert sich auf Grenzregionen

In den vergangenen Wochen haben afghanische und ausländische Truppen eigenen Angaben zufolge zwei groß angelegte Militäroperationen durchgeführt und nun beendet. Dabei seien mehr als 200 Aufständische "getötet oder gefangen genommen" worden, sagte der Sprecher der Internationalen Schutztruppe ISAF, Carsten Jacobson, am Montag (24.10.2011) in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Afghanische Sicherheitskräfte hätten die zwei Einsätze mit Unterstützung der NATO in Provinzen durchgeführt, die an Kabul angrenzen oder südöstlich der Hauptstadt liegen.

Unter den 200 Aufständischen sind nach ISAF-Angaben auch Anführer des radikal-islamischen Hakkani-Netzwerks, das vom Nachbarland Pakistan aus Angriffe auf Ziele in Afghanistan ausführt. Das Stammesnetzwerk bekämpft die westlichen Truppen in Afghanistan und soll für mehrere schwere Anschläge in Kabul verantwortlich sein - zuletzt im September. ISAF-Sprecher Jacobsen sagte, dass mindestens 20 der getöteten Kämpfer zu den Hakkanis gehörten. "Die Wurzeln der Hakkanis liegen in der Provinz Paktika, sie operieren auf beiden Seiten der Grenze", erklärte er.

Rückschlag für Hakkani-Netzwerk

ISAF-Sprecher Jacobson (Foto: picture allianc/Photoshot)

ISAF-Sprecher Jacobson verkündet erfolgreiche Offensive gegen das Hakkani-Netzwerk

Die Großoffensive sei zwar abgeschlossen, dennoch gingen die ISAF und die afghanischen Truppen weiterhin gemeinsam gegen Aufständische in der Region vor. "Die Hakkanis sind nicht nur eine terroristische Organisation, sondern ein Familienklan und ein verbrecherisches Netzwerk", erklärte Jacobsen. Das Netzwerk versuche seinen Einfluss auf Ostafghanistan zu erweitern, um schließlich Zugang nach Kabul zu erhalten.

Das internationale Bündnis hatte noch am Sonntag einen Luftangriff auf schwer bewaffnete Hakkani-Kämpfern in der Provinz Paktia im Bezirk Wusa Dschadran an der Grenze zu Afghanistan durchgeführt. Dort sei die Gruppe besonders aktiv. Afghanische Streitkräfte stellten dabei mehr als 400 Kilogramm Sprengstoff sowie andere Waffen, Munition und Computer sicher.

USA verstärken Druck auf Pakistan

Waziristan, Bergregion im nordwestlichen Pakistan an der Grenze zu Afghanistan (DW-Grafik: Per Sander)

Nord-Waziristan ist das Stammgebiet der Hakkanis

Die ISAF fliegt verstärkt Einsätze im Osten Afghanistans entlang der pakistanischen Grenze und konzentriert sich vor allem auf Provinzen an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan. Die USA werfen Pakistan vor, Al-Kaida-Terroristen und Anhänger des Hakkani-Netzwerkes Versteckmöglichkeiten zu bieten. Washington hatte zuletzt den Druck auf Islamabad erhöht; es müsse mehr gegen den Terrorismus tun und auch verstärkt gegen die Führung des Hakkani-Netzwerks vorgehen. Das amerikanisch-pakistanische Verhältnis war deswegen zuletzt sehr angespannt.

Die internationale Gemeinschaft will bis zum Jahr 2014 die Verantwortung für die Sicherheit in Afghanistan an afghanische Sicherheitskräfte übergeben. US-Präsident Barack Obama hatte den Startschuss für den Abzug der internationalen Schutztruppe am Hindukusch gegeben und mit dem stufenweisen Abzug der US-Truppen begonnen. Die Franzosen folgten ihnen in der vergangenen Woche mit den ersten 200 der insgesamt 4000 Soldaten. Die ersten Bundeswehrsoldaten sollen zum Jahresende zurückkehren. Derzeit sind rund 5000 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert.

Autorin: Naima El Moussaoui (afp, dpa)

Redaktion: Dirk Eckert

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