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Asien

ISAF-Soldaten in Kabul getötet

Beim einem schweren Anschlag auf die Internationale Schutztruppe in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind 17 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren fünf Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF.

US-Soldaten tragen ein Anschlagsopfer vom Tatort (Foto: dapd)

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen NATO-Konvoi in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Samstag (29.10.2011) 17 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren fünf Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF und acht zivile Vertragsarbeiter. Zunächst hatte das Militärbündnis erklärt, dreizehn Soldaten seien getötet worden. Der Angreifer habe ein mit Sprengstoff beladenes Auto in den Konvoi hineingefahren, teilte die NATO mit. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ein Sprecher der Extremisten sagte, Ziel des Angriffs seien Militärausbilder gewesen. Im Fahrzeug des Attentäters hätten sich 700 Kilogramm Sprengstoff befunden.

Gewaltige Explosion

Karte von Afghanistan mit der Hauptstadt Kabul (Quelle: DW)

Karte von Afghanistan mit der Hauptstadt Kabul

Ein Augenzeuge berichtete, es habe eine riesige Explosion gegeben. Zahlreiche Leichen seien aus den Trümmern des Fahrzeuges geborgen und mit Helikoptern fortgebracht worden. Verletzte wurden auf Tragen noch auf der Straße behandelt. Soldaten riegelten den Anschlagsort ab und forderten die Menschen über Lautsprecher auf, das Gebiet zu verlassen.

Der Anschlag ähnelt einer Tat vom Mai 2010 im Westen Kabuls. Damals wurden bei einem Attentat auf einen Konvoi der NATO 18 Menschen getötet, darunter sechs ISAF-Soldaten. Die Taliban bekannten sich auch damals zu der Tat und erklärten, sie hätten 750 Kilogramm Sprengstoff verwendet.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte das Attentat. Gleichzeitig sicherte er Afghanistan zu, dass die Bundesregierung an der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an afghanische Stellen festhalten werde.

Zum Zeitpunkt des Anschlags berieten in Kabul Vertreter der afghanischen Regierung, der Staatengemeinschaft und der ausländischen Militärs über weitere Regionen, in denen die afghanischen Sicherheitskräfte die Verantwortung von der Nato übernehmen sollen. In ersten Provinzen hatte die Übergabe im Juli begonnen.

Weitere Attentate in Afghanistan

NATO-Hubschrauber sichert Gelände (Foto: dapd)

NATO-Hubschrauber sichert Gelände

Bei einem Attentat im Süden Afghanistans wurden drei australische NATO-Soldaten von einem Mann in afghanischer Armeeuniform erschossen. Wie die ISAF ohne Angaben weiterer Details mitteilte, wurde der Angreifer getötet. Ob es sich bei dem Angreifer um einen verkleideten Aufständischen handelte oder ob er tatsächlich dem afghanischen Militär angehörte, blieb zunächst ebenso unklar wie die Nationalität der getöteten Soldaten.

Ein weiterer Selbstmordanschlag ereignete sich in der ostafghanischen Provinz Kunar. Dort wurden nach Behördenangaben zwei Wachleute verletzt. Demnach sprengte sich eine Frau vor einem Gebäude des afghanischen Geheimdienstes in der Stadt Asadabad in die Luft.

Autor: Hajo Felten (rtrd, afpd, dapd)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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