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Asien

ISAF prüft afghanische Vorwürfe

Die afghanische Regierung hat den Abzug von US-Spezialeinheiten aus der Provinz Maidan-Wardak angeordnet. Sie sollen verantwortlich für Misshandlung und Tod von Zivilisten sein. Die ISAF untersucht die Vorwürfe.

Innerhalb von zwei Wochen sollen sämtliche US-Spezialeinheiten aus der wenige Kilometer westlich von Kabul gelegenen Provinz Maidan-Wardak abgezogen sein. Mit dieser Forderung wandte sich Aimal Faizi, Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, am Sonntag (24.02.2013) an die Öffentlichkeit. Zuvor hatte der Nationale Sicherheitsrat die Maßnahme beschlossen.

Schwere Vorwürfe und belastendes Beweismaterial

US-Soldaten patroullieren mit ihren Militärfahrzeugen durch eine Straße von Herat Foto: dpa

Wieder einmal schwere Vorwürfe gegenüber US-Soldaten

Hintergrund sind schwerwiegende Vorwürfe, wonach Mitglieder der Spezialeinheiten Zivilpersonen misshandelt haben sollen. Mehrere Menschen gelten außerdem als verschwunden. Und nicht nur das. "Die Spezialkräfte durchsuchen Häuser, belästigen dabei die Bevölkerung und hatten auch die Tötung von unschuldigen Menschen zu verantworten", klagt Präsidentensprecher Faizi an.

Mehrere Einwohner hätten sich bei der Regierung in Kabul beschwert, und nach einer Prüfung der Vorwürfe habe sich der afghanische Präsident Hamid Karsai zu dem Schritt entschlossen. Man habe vorliegende Fotos und anderes Beweismaterial, das belege, dass "die US-Spezialeinheiten an Belästigungen und Tötungen beteiligt waren". Afghanische Sicherheitskräfte seien jetzt angewiesen, "zum Schutz des Lebens und des Eigentums der Bevölkerung in Maidan-Wardak die Hausdurchsuchungen zu unterbinden", so Aimal Faizi weiter.

Reaktion von Seiten der ISAF

Keine Beweise: ISAF-Sprecher Günter Katz Foto: dpa

ISAF-Sprecher Günter Katz

In einer ersten Stellungnahme der US-Streitkräfte hieß es, man nehme die Vorwürfe nicht auf die leichte Schulter. Die Zusammenhänge würden jetzt gründlich untersucht. Ähnlich äußerte sich am Montag (25.02.2013) auch der Sprecher der Internationalen Schutztruppe ISAF, der deutsche Brigadegeneral Günter Katz. "Wir nehmen alle Vorwürfe im Zusammenhang mit Fehlverhalten sehr ernst und werden alles daran setzen, die Hintergründe aufzuklären." In den vergangenen Wochen habe es mehrfach Vorwürfe gegeben, wonach sich Angehörige der Spezialeinheiten nicht korrekt verhalten hätten. "Aber wir haben keine Beweise dafür, dass diese Anschuldigungen stimmen."

Die ISAF arbeite eng mit Vertretern der afghanischen Regierung zusammen und setze sich dafür ein, die Sorgen der Bevölkerung zu zerstreuen und die Situation in der Provinz zu entschärfen, so ISAF-Sprecher Katz weiter.

Spuren eines Anschlags in der Provinz Wardak im November 2012 Foto: Reuters

Spuren eines Anschlags in der Provinz Maidan-Wardak im November 2012

Noch mehr Unruhe?

Traditionell gilt die Sicherheitslage in der an Kabul grenzenden Provinz Maidan-Wardak als angespannt. Die Taliban sind stark, und die afghanischen Sicherheitskräfte haben große Schwierigkeiten, die Oberhand über die radikalen Islamisten zu gewinnen. Auch Militärtransporte in die südlichen Unruheprovinzen werden dadurch erheblich erschwert.

Der jetzt angeordnete Truppenabzug ist zudem ein weiteres Indiz für die wachsenden Spannungen zwischen Kabul und Washington. Erst vor wenigen Tagen hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai verkündet, dass seine Armee künftig keinerlei Luftunterstützung durch die NATO mehr anfordern dürfe. Vorher waren bei einem solchen Angriff mehrere Frauen und Kinder getötet worden.

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