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Politik

ISAF-Partner wollen mehr Truppen nach Afghanistan schicken

Beim NATO-Außenministertreffen hat sich Unterstützung für die neue Afghanistan-Strategie der US-Regierung abgezeichnet. Die Bündnispartner wollen mehr als 5000 zusätzliche Soldaten schicken.

ISAF-Soldaten aus Kanada in der Provinz Kandahar (Foto: AP)

Mehr Soldaten für Afghanistan

Mehr als 20 Länder haben sich bereit erklärt, dem Ruf von US-Präsident Barack Obama nach mehr Soldaten in Afghanistan zu folgen. Zum Auftakt des zweitägigen NATO-Außenministertreffens in Brüssel am Donnerstag (03.12.2009) sagte NATO-Sprecher James Appathurai, es gebe "breite Unterstützung" für Obamas Pläne, die über "reine Rhetorik" hinausgingen.

Das NATO-Hauptquartier in Brüssel (Foto: AP)

Das NATO-Hauptquartier in Brüssel

In der Nacht zum Mittwoch hatte Obama angekündigt, 30.000 zusätzliche Soldaten an den Hindukusch zu schicken, und an die Verbündeten appelliert, ebenfalls ihre Truppen zu verstärken. Dieser Aufforderung kamen offenbar viele ISAF-Partner nach: Die Zahl der in Aussicht gestellten Soldaten beläuft sich laut Appathurai auf "sicherlich jenseits von 5000".

Damit werden die zunächst formulierten Erwartungen des NATO-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen übertroffen. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, zeigte sich dankbar für die "deutliche Unterstützung" der Bündnispartner.

Europäer reagieren unterschiedlich

Aus den Reihen der Europäer kamen bereits einige klare Zusagen, die in die Gesamtzahl der von der NATO genannten "mindestens 5000 zusätzlichen Soldaten" eingerechnet sind: 1000 sollen aus Italien kommen. Polen hat 600 zusätzliche Soldaten in Aussicht gestellt, Großbritannien 500. In Spanien und in der Slowakei ist von bis zu 250 zusätzlichen Soldaten die Rede, Tschechien nannte eine Zahl von 100.

In den Niederlanden dagegen wird heftig über einen baldigen Abzug der Soldaten aus Afghanistan diskutiert, auch die Franzosen wollen zunächst keine Zusagen machen. Die deutsche Bundesregierung will in diesem Jahr keinesfalls konkrete Zahlen zu einer möglichen Truppenverstärkungen nennen.

Deutschland wartet bis zur Afghanistan-Konferenz

In Berlin beschloss der Bundestag am Donnerstag die Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr für ein weiteres Jahr. Eine Erhöhung der Mandatsobergrenze stand nicht zur Diskussion - es bleibt zunächst bei 4500 Mann.

Die Ärmelembleme eines deutschen ISAF-Soldaten (Foto: AP)

Knapp 4500 deutsche Soldaten sind im ISAF-Einsatz

Vor der Afghanistan-Konferenz, die für Januar 2010 in London geplant ist, will Außenminister Guido Westerwelle (FDP) keine Debatte über eine mögliche Aufstockung der Bundeswehrtruppen in Afghanistan führen. Statt dessen unterstützte er Obamas Ruf nach einer Abzugsperspektive: "Wir wollen, dass eine Exit-Strategie erarbeitet wird", sagte Westerwelle.

Wegen der Abstimmung in Berlin reiste Westerwelle erst am Abend zu seinem ersten formellen NATO-Außenministertreffen nach Brüssel weiter. Dort stehen bis Freitagnachmittag neben dem ISAF-Einsatz in Afghanistan auch die mögliche Erweiterung des Bündnisses, die Beziehungen zu Russland, Georgien und der Ukraine, sowie das neue strategische Konzept der NATO auf dem Programm.

Autorin: Susanne Henn

Redaktion: Martin Schrader