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Syrien

IS wütet wieder in Palmyra

Nach der Rückeroberung der historischen Wüstenstadt setzt die IS-Terrormiliz dort ihre Willkürherrschaft fort. Einzigartige römische Monumente und Kulturgüter werden Opfer ihrer Zerstörungswut.

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Terrormiliz IS zerstört erneut Teile Palmyras

Nun wurde auch das weltbekannte Tetrapylon (Artikelfoto), eines der bedeutendsten Monumente der antiken syrischen Stadt Palmyra, weitgehend vernichtet. Der Chef der staatlichen syrischen Altertumsbehörde, Maamoun Abdulkarim, bestätigte entsprechende Berichte von Regierung und lokalen Quellen. Zudem hätten Milizionäre des "Islamischen Staats" (IS) die Fassade des römischen Amphitheaters zerstört.  

Abdulkarim datierte die Verwüstungen auf die Zeit zwischen Jahresende und Anfang Januar 2017, also die Tage nach der Rückeroberung durch die Dschihadisten Mitte Dezember. Vorgelegte Satellitenbilder von den Trümmern sollen den Untergang bedeutender Teile des Weltkulturerbes in Palmyra belegen. Nur zwei der 16 Säulen des Tetrapylons, das die Kreuzung der wichtigsten Straßen markierte, seien stehengeblieben, klagte Abdulkarim.

Russland und UNESCO empört

Die UN-Kulturorganisation UNESCO verurteilte die neuen Verwüstungen als "Kriegsverbrechen und immensen Verlust für das syrische Volk und die Menschheit". Die russische Regierung sprach von einer "wahren Tragödie". Das syrische Militär gebe Pläne für eine Rückeroberung nicht auf, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Russland unterstützt Syrien seit 2015 militärisch. Außenminister Sergej Lawrow sprach von einem barbarischen Akt und rief zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf. Es brauche erst einen Donnerschlag, damit die internationale Gemeinschaft in Bewegung komme, sagte er der Agentur Interfax zufolge.     

Syrien Palmyra Römisches Theather (Reuters/O. Sanadiki)

Blick in das Römische Theater im syrischen Palmyra

Die marodierenden Legionäre des IS hatten Palmyra bereits von Mai 2015 bis März 2016 beherrscht. Damals hatten sie unter anderem die beiden größten Tempel, den Baal-Tempel und den Baalschamin-Tempel, gesprengt und den Triumphbogen in die Luft gejagt. Auch ein Teil der berühmten Säulenstraße wurde dem Erdboden gleichgemacht.   

Nach diesen zehn Monaten konnten syrische Regierungskräfte die Stadt mit Hilfe russischer Luftangriffe wieder unter Kontrolle bringen. Moskau strich seine Rolle in dem Bürgerkriegsland danach mit einem Sinfoniekonzert in Palmyras Amphitheater demonstrativ heraus. Für den Auftritt wurde das Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters eingeflogen.

Der Terror der IS-Milizionäre richtet sich nach der Wiedereinnahme Palmyras in gewohnter Weise aber auch gegen ihre Gegner und die Zivilbevölkerung. So wurde in dieser Woche gemeldet, der IS habe dort zwölf Gefangene getötet. Die Opfer seien geköpft oder erschossen worden, teilten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und lokale Aktivisten mit. Demnach wurden die Gefangenen unter anderem im Amphitheater und in einem ehemaligen russischen Militärlager getötet.

SC/uh (APE, rtre, dpa)

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