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Aktuell Nahost

IS-Vorstoß auf die Kurdenstadt Kobane aus der Türkei?

Die Terrorarmee des IS hat erstmals einen von Kurden kontrollierten Posten an der syrisch-türkischen Grenze angegriffen. Ziel ist möglichweise, die Stadt Kobane völlig einzukreisen.

Kämpfer der Dschihadisten-Armee "Islamischer Staat" (IS) haben am Samstag erstmals versucht, Stellungen an der syrisch-türkischen Grenze nahe der Stadt Kobane zu attackieren. Nach Angaben der Kurdenpartei PYD und syrischer Aktivisten wurde der Angriff zweier IS-Selbstmordattentäter von türkischem Gebiet aus verübt. Die Regierung in Ankara wies das entschieden zurück.

Neue Front aufgemacht?

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, zwei Selbstmordattentäter hätten einen Grenzposten am Morgen angegriffen. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der erste Attentäter habe einen Autobombenanschlag verübt, der zweite habe sich mit seinem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Beide Männer seien von der türkischen Seite der Grenze gekommen. Die für den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eintretende Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Nach Angaben des auf die Auswertung islamistischer Internetportale spezialisierten US-Unternehmens Site berichtete der IS im Kurznachrichtendienst Twitter sogar von drei Selbstmordanschlägen an dem Grenzposten. Der Vertreter der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) in Paris, Chaled Issa, sprach von der "ersten IS-Offensive gegen Kobane von türkischem Territorium aus". Seine Partei könne das mit Videos beweisen.

Alles nur Propaganda?

Ein türkischer Behördenvertreter sagte, am frühen Morgen habe es zwei Explosionen "auf der syrischen Seite der Grenze" gegeben. Der IS-Angriff ereignete sich demnach in der Nähe des Grenzübergangs. Dass der Angriff von der türkischen Seite ausgegangen sei, bezeichneten der türkische Generalstab und die Regierung in Ankara jedoch als "Lüge".

Nach dem Angriff gab es nahe Kobane auf der syrischen Seite heftige Gefechte zwischen IS-Kämpfern und Milizionären der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), dem bewaffneten Arm der PYD. Laut Beobachtungsstelle gab es seit Freitag mindestens 39 Tote, darunter 28 Dschihadisten einschließlich der beiden Selbstmordattentäter.

Die Kämpfe um die Kurdenstadt Kobane dauern schon seit Mitte September an. Die YPG erhielten dabei zuletzt Unterstützung von kurdischen Kämpfern aus dem Norden Iraks. Kampfflugzeuge einer Koalition unter Führung der USA bombardieren im Gebiet um Kobane mutmaßliche IS-Stellungen.

Der syrische Außenminister Walid al-Muallim bestritt zuletzt allerdings die Wirksamkeit der Luftangriffe. Der Islamische Staat sei nach zwei Monaten nicht schwächer als vorher, sagte er dem panarabischen Sender Al-Majadin.

SC/det (afp, rtr, APE)