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Aktuell Nahost

IS-Terrormiliz hinterlässt Massengräber im Irak

Dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak zurückgedrängt werden konnte, wurde international als Erfolg gefeiert. Nunmehr wird die Spur der Gewalt deutlich, die der IS in dem Land hinterlassen hat.

Massengrab in Sindschar Irak gefunden IS

Ein Massengrab in Sindschar (Archivbild vom November 2015)

Bei ihrem Rückzug aus mehreren Regionen des Irak hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in den vergangenen Monaten mehr als 50 Massengräber zurückgelassen. Diese Zahl nannte der UN-Sondergesandte für den Irak, Jan Kubis, vor dem Sicherheitsrat in New York. Kubis sprach von "abscheulichen Verbrechen", die nun in den früheren Herrschaftsgebieten des IS zu Tage träten.

Warnung vor Verschlechterung

Die Massengräber seien im Laufe der vergangenen Monate gefunden worden, als der IS sich wegen der US-gestützten Offensive der irakischen Armee aus mehreren Gebieten des Landes zurückgezogen hatte, sagte Kubis. In der Stadt Ramadi etwa seien Mitte April auf einem Fußballfeld drei Massengräber mit den sterblichen Überresten von rund 40 Menschen gefunden worden.

Kubis warnte vor einer weiteren Verschlechterung der Lage im Irak. Rund ein Drittel der Bevölkerung - das sind etwa zehn Millionen Menschen - sei auf Hilfe angewiesen. Der Diplomat betonte vor dem UN-Sicherheitsrat, die Zahl der notleidenden Menschen dort könnte weiter wachsen. Wegen des verstärkten Vorgehens der irakischen Streitkräfte gegen den IS könnten bis Jahresende weitere zwei Millionen Menschen in dem Land zu Flüchtlingen werden.

ml/cw (afp, ape)