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Aktuell Nahost

IS-Terroristen lassen Jemen wieder bluten

Fast 50 Tote - das ist die Bilanz zweier Anschläge der Dschihadisten-Miliz in dem Bürgerkriegsland. Diesmal wütete sie in der Hafenstadt Aden. Jemens Staatschef sendete dagegen ein Signal der Entspannung.

Bei zwei Selbstmordanschlägen der IS-Terrormiliz im Jemen sind mindestens 45 Menschen getötet und rund 30 verletzt worden. Ein Attentäter nahm Armee-Rekruten ins Visier, die sich in der Hafenstadt Aden zum Dienst melden wollten, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte. Dabei starben mindestens 20 Menschen. Eine örtliche Nachrichten-Internetseite zeigte Bilder von Soldaten, die sich um blutüberströmte Opfer kümmerten. Krankenwagen eilten zum Tatort im Stadtbezirk Khormaksar.

Ein zweiter Angreifer zu Fuß zündete demnach seine Sprengstoffweste mitten in einer wartenden Gruppe von Militärbewerbern vor dem Haus eines hohen Offiziers. Hier fanden mindestens 25 Menschen den Tod.

Schon in den vergangenen Wochen hatten Selbstmordattentäter des "Islamischen Staates" viele Polizei-Rekruten und Soldaten mit in den Tod gerissen. Der Jemen gilt aber auch als Hochburg von Al-Kaida. Aden ist derzeit Sitz der jemenitischen Regierung. Die Hauptstadt Sanaa ist von schiitischen Huthi-Rebellen besetzt. Die mit dem Iran verbündete Miliz kämpft gegen den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten Abed-Rabbu Mansur Hadi. In dem Konflikt starben nach UN-Angaben bereits mehr als 6400 Menschen.

Präsident Hadi zu Rückkehr an Verhandlungstisch bereit

Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi (Foto: Reuters/F. Al Nasser)

Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

Erst am Sonntag hatte sich Hadi dazu bereiterklärt, nach einem mehrtägigen Boykott wieder an den Friedensgesprächen mit den Huthi-Rebellen teilzunehmen. Die Regierung sei nun bereit, den Verhandlungen "eine letzte Chance" zu geben, erklärte Jemens Außenminister Abdulmalek al-Michlafi. Er verlangte erneut eine Umsetzung der UN-Resolution 2216, in der der Weltsicherheitsrat die Rebellen zum Rückzug aus eroberten Gebieten auffordert.

Die Huthi-Rebellen hatten Anfang 2015 Sanaa und andere Städte erobert und den Sunniten Hadi zur Flucht gezwungen. Seit März 2015 greift eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens die vom Iran unterstützten Rebellen aus der Luft an, um Hadi die Rückkehr an die Macht zu ermöglichen. Am 21. April wurden in Kuwait von den UN vermittelte Friedensgespräche aufgenommen. Sie wurden bereits mehrfach unterbrochen.

sti/cr (afp, ape, dpa, rtr)