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IS sprengt Grabtürme in Palmyra

4. September 2015

Die IS-Terrormiliz zerstört weiter systematisch die antike Oasenstadt Palmyra in Syrien. Nachdem die Dschihadisten bereits zwei Tempel gesprengt hatten, traf es nun mindestens drei Grabtürme.

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Syrien Grabtürme Palmyra (Foto: Reuters)
Die Grabtürme vor ihrer Zerstörung.Bild: Reuters/Sandra Auger

Nach der Zerstörung mehrerer Tempel hat die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra nach Behördenangaben auch drei berühmte Grabtürme gesprengt. Es habe sich um "die am besten erhaltenen, die schönsten" der Türme gehandelt, sagte der Leiter der syrischen Antikenverwaltung, Maamun Abdelkarim. Die Dschihadisten hätten die mehrstöckigen Gräber bereits vor zehn Tagen gesprengt. Satellitenbilder der American Schools of Oriental Research (ASOR) aus Boston zeigen sogar die Zerstörung von sieben Grabtürmen. Der IS hatte bereits den Baal-Tempel und den Baalschamin-Tempel in Palmyra gesprengt.

Unter den Türmen, die zwischen 44 und 103 n. Chr. gebaut wurden, ist auch der berühmte vierstöckige Turm von Elhabel. Das Ruinenfeld der antiken Oasenstadt gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der Unesco.

Plünderungen, Zerstörung und Mord

Der IS hatte die Stadt Ende Mai erobert. Zunächst plünderten die Dschihadisten mehrere Mausoleen, zerstörten Skulpturen und verminten die größeren Ruinen. Nach der Zerstörung des Baalschamin-Tempels machten sie am vergangenen Sonntag den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel dem Erdboden gleich. Er galt als das wichtigste Denkmal der römischen Ausgrabungsstätte.

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Erst vor einer Woche hatten die Dschihadisten den berühmten Baal-Tempel gesprengt, wie Satelliten-Aufnahmen zeigen.Bild: picture-alliance/dpa

Im August hatten die Dschihadisten Khaled Asaad, den Chefarchäologen von Palmyra, enthauptet. Der 82-Jährige hatte sich für den Erhalt der antiken Stätte eingesetzt, die vor Ausbruch des Bürgerkriegs eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Syrien war.

Die IS-Fundamentalisten betrachten die vorislamischen Kultstätten als Zeugnisse der Vielgötterei, die unislamisch seien und daher zerstört werden müssten.

cr/djo (afp, rtr)