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Frankreich

IS reklamiert Attacke in Paris für sich

Nach dem tödlichen Angriff auf Polizisten melden die französischen Behörden erste Erfolge - geben aber nur wenige Details preis. Wie jetzt bekannt wird, wurde auch eine Deutsche im Zuge der Tat verletzt.

Frankreich Schüsse auf Polizisten in Paris (Getty Images/A. Meunier)

Polizisten nach der Tat auf den Champs Élysées

Drei Tage vor der ersten Runde der Präsidentenwahl am Sonntag ist in Frankreich erneut ein mutmaßlich islamistischer Anschlag verübt worden. Auf den Champs-Élysées im Zentrum der Hauptstadt Paris erschoss ein Angreifer nach Angaben des Innenministeriums einen Polizisten und verletzte zwei weitere, ehe er von Sicherheitskräften getötet wurde. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, geriet auch eine Deutsche zufällig in das Geschehen. Sie habe ernste Verletzungen davongetragen.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Attacke für sich. Die ihr nahestehende Website Amak benannte den Schützen als Abu Jussuf al-Beldschiki ("Der Belgier"). Ob die Nachricht echt ist, konnte bisher nicht überprüft werden.

Verdächtiger stellt sich in Belgien

Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins übernahm die Ermittlungen. Er erklärte, der Schütze sei "bekannt", seine Identität "verifiziert". Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht nennen. Ein weiterer Verdächtiger, nach dem gefahndet wurde, hatte sich den Behörden im benachbarten Belgien gestellt. Ein Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft sagte aber inzwischen der Deutschen Presse-Agentur, nach derzeitigem Stand gebe es keine Verbindung zu dem Pariser Anschlag.

Frankreich Schüsse auf Polizisten in Paris (picture-alliance/AP Photo/K. Zihnioglu)

Rasch nach dem Anschlag sichern Forensiker Spuren am Tatort

Die Agentur AFP schreibt unter Berufung auf Ermittlerkreise, bei dem getöteten Angreifer handele es sich um einen 39-jähriger Franzosen, der wegen mehrerer Attacken mit Schusswaffen auf zwei Polizisten und einen dritten Mann 2005 zu mehrjähriger Haft verurteilt worden sei. Im Februar sei er laut diesen Angaben erneut festgenommen worden - wegen des Verdachts, er wolle Polizisten ermorden. Aus Mangel an Beweisen sei er wieder freigekommen.

Staatschef François Hollande betonte nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts, die Regierung sei überzeugt, dass der Anschlag einen terroristischen Hintergrund habe. Der Präsident erklärte: "Wir werden absolute Wachsamkeit an den Tag legen, insbesondere im Hinblick auf den Wahlprozess."

Frankreich Francois Hollande im Elysee Palast in Paris (Reuters/P. Wojazer)

Präsident Hollande (vorne, Mitte) mit seinem Sicherheitskabinett im Élysée-Palast

Der Angreifer war laut Innenministerium am Donnerstag gegen 21.00 Uhr auf dem Prachtboulevard, der viele Touristen anzieht, mit einem Auto vorgefahren. Er sei neben einem parkenden Polizeiwagen ausgestiegen und habe mit einer automatischen Waffe auf die Polizisten geschossen.

Attacke während der Kandidatenrunde im TV

Während der Tat lief im französischen Fernsehen die letzte TV-Sendung mit allen Kandidaten, die am Sonntag in der ersten Runde der Präsidentenwahl antreten. Die Stichwahl ist für den 7. Mai angesetzt.

In den vergangenen beiden Jahren sind in Frankreich mehr als 230 Menschen bei Anschlägen getötet worden. Erst in dieser Woche wurden in Marseille zwei Männer festgenommen, die Ermittlern zufolge einen Anschlag vor der Wahl planten. Zudem wurden in einer Wohnung ein Maschinengewehr, zwei Pistolen, drei Kilogramm Sprengstoff und dschihadistisches Propagandamaterial sichergestellt.

jj/fab (dpa, afp, rtr)

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