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Aktuell Nahost

IS-Miliz verschleppt 170 Männer im Irak

Drakonische Strafe? Weil in zwei Dörfern im Nordirak Flaggen der Extremistengruppe "Islamischer Staat" verbrannt wurden, entführten die Dschihadisten 170 Dorfbewohner. Auf diese wartet ein Scharia-Gericht.

Ein irakischer Geheimdienstoffizier sagte am Freitag, 170 Männer seien aus den Dörfern Al-Schadschara und Gharib in der Provinz Kirkuk verschleppt worden. In den Dörfern westlich der Ölstadt Kirkuk waren Flaggen der sunnitischen Extremistengruppe verbrannt worden. Die Kämpfer hätten die Männer in 30 Fahrzeugen ins Zentrum der Stadt Hawidscha gebracht, in der der IS ein Gefängnis und ein Scharia-Gericht unterhält.

Ein Einwohner von Al-Schadschara sagte, Frauen hätten die IS-Kämpfer angefleht, ihren Männern nichts zu anzutun. Die Extremisten hätten geantwortet, alle würden bestraft, die für die Verbrennung der Flaggen verantwortlich seien. Ein Zeuge in Gharib berichtete, es seien 90 Menschen mitgenommen worden, nachdem in dem Dorf 15 Einwohner eine IS-Flagge verbrannt hätten.

Im September hatten die Dschihadisten in der Region Kirkuk dutzende Menschen nach einem Angriff auf eine IS-Stellung festgenommen. Einige kamen später wieder frei.

IS-Miliz militärisch unter Druck

Die IS-Miliz hat bereits tausende Menschen in den Gebieten unter ihrer Kontrolle im Irak und in Syrien hingerichtet, teilweise vor laufender Kamera. Die Extremistengruppe hatte im Sommer binnen weniger Wochen weite Gebiete im Norden und Westen des Irak in ihre Gewalt gebracht, wobei die irakische Armee sich weitgehend kampflos zurückzog. Zuletzt hat die IS-Miliz aber eine Reihe von Rückschlägen erlitten, unter anderem aufgrund internationaler Luftangriffe unter Führung der US. So gelang es der irakischen Armee sowie schiitischen und kurdischen Verbänden, mehrere Gebiete zurückzuerobern.

Im abgelaufenen Jahr wurden im Irak - vor allem durch den Vormarsch des IS - so viele Menschen getötet wie seit 2007 nicht mehr. Durch Attentate und Kämpfe seien mindestens 12.280 Zivilisten zu Tode gekommen, teilten die Vereinten Nationen am Freitag mit. Dazu kämen tausende getötete Kämpfer auf allen Seiten.

kle/ml (afp, dpa, rtr)